Die Merck-Aktie

Auf einen Blick

Die Entwicklung der Merck-Aktie war im Jahr 2017 insgesamt durch Volatilität gezeichnet: Nach einer Aufwärtsbewegung im 1. Halbjahr in einem freundlichen Marktumfeld geriet der Kurs im 2. Halbjahr sichtbar unter Druck. Die Merck-Aktie fiel 2017 um fast 10 % und beendete das Jahr mit einem Schlusskurs von 89,75 €. Die Aktie schnitt deutlich schwächer als die relevanten Vergleichsindizes ab, die im gleichen Zeitraum allesamt einen Anstieg verzeichnen konnten. Hinter dem Vergleichsindex DAX®, der im Gesamtzeitraum um fast 13 % zulegen konnte, blieb unsere Aktie knapp 22 Prozentpunkte zurück, und etwa 20 Prozentpunkte waren es gegenüber dem relevanten Vergleichsindex für die Chemieindustrie, der im Gesamtjahr um fast 11 % stieg. Der Index für den Bereich Pharma stieg im Jahr 2017 um mehr als 5 % und entwickelte sich damit 15 Prozentpunkte besser als die Merck-Aktie im gleichen Zeitraum.

Ende des Jahres 2016 setzte eine positive Entwicklung der Aktie ein, die sich bis zum Frühsommer 2017 fortsetzte. Diese war unter anderem getragen von den Marktzulassungen unseres Immuntherapie-Produkts Bavencio® (Avelumab) zur Behandlung des metastasierten Merkelzellkarzinoms (mMCC) sowie zur Behandlung von Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Urothelkarzinom durch die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA (Food and Drug Administration). Auch den angekündigten Verkauf unseres Biosimilars-Geschäfts an Fresenius am 24. April 2017 nahmen Investoren und Analysten positiv auf. Ermutigende Anzeichen zum gesamtwirtschaftlichen Umfeld weltweit sowie der weiterhin anhaltende Optimismus der Marktteilnehmer bezüglich der künftigen konjunkturellen Aussichten in den USA im Zuge der Präsidentschaftswahlen im November 2016 wirkten sich positiv auf die Aktienmärkte aus. Davon profitierte auch die Merck-Aktie. Sie stieg bis zum 12. Mai 2017 auf ihr neues Allzeit-Hoch von 114,40 €.

Ab Mitte des 2. Quartals jedoch setzte für die Merck-Aktie eine deutliche Kurskorrektur ein. Hierfür waren verschiedene Einflussfaktoren verantwortlich. Aufgrund steigender Zinsen in wichtigen Kapitalmärkten und der kontinuierlich starken Entwicklung des Euro gegenüber dem US-Dollar trübte sich das Aktienmarktumfeld ab Ende des 2. Quartals ein. Dies hatte auch deutlich negative Effekte für die Merck-Aktie, da Merck aufgrund seiner geografischen Aufstellung eine ausgeprägte Netto-Position gegenüber dem Euro hat. Im Bereich Performance Materials verzeichneten wir im Laufe des 2. Quartals ein Anziehen des Wettbewerbs im chinesischen Markt für Flüssigkristallmaterialien. Diese nunmehr länger andauernden Anpassungsprozesse beeinträchtigen die Gewinnentwicklung unseres Unternehmensbereichs Performance Materials zusätzlich zu den bereits erwähnten Währungseffekten. Obwohl wir im Zuge der Berichterstattung zum 2. Quartal 2017 unser Gesamtjahresziel für das EBITDA pre trotz dieser – im Vergleich zum Frühsommer 2017 – erhöhten Belastungen aufrechterhalten hatten, reduzierten die Kapitalmarktteilnehmer ihre Gewinnerwartungen für den Merck-Konzern noch einmal. Damit einher gingen spürbare Gewinnmitnahmen und aktive Aktienverkäufe durch institutionelle Investoren.

Dieser Entwicklung und der anhaltenden Verunsicherung bei Investoren und Analysten konnten auch positive Unternehmensnachrichten wenig entgegensetzen. Im Juni 2017 präsentierten wir auf dem wichtigen Pharmakongress ASCO (American Society of Clinical Oncology) in Chicago (USA) sowie im Rahmen einer Telefonkonferenz klinische Daten zu wichtigen Pipeline-Produkten, die von den Marktteilnehmern positiv zur Kenntnis genommen wurden. Dazu zählen ausserdem beispielsweise die Marktzulassung für unser Immuntherapie-Produkt Bavencio® (Avelumab) zur Behandlung des metastasierten Merkelzellkarzinoms (mMCC) durch die Europäische Kommission, die Zulassung der Cladribin-Tabletten (Handelsname Mavenclad®) zur Behandlung der schubförmigen Multiplen Sklerose bei Patienten mit hoher Krankheitsaktivität durch die EMA sowie der erfolgreiche Abschluss der Veräußerung unseres Biosimilars-Geschäfts. Ebenso zu erwähnen ist die am 5. September 2017 angekündigte Prüfung strategischer Optionen für unser Consumer-Health-Geschäft, die der Aktie im allgemeinen Aufwärtstrend des Aktienmarktumfelds zu einer temporären Erholung verhalf.

Unser Analysten- und Investorentag am 28. September 2017 bot auch in diesem Jahr die Gelegenheit zu intensiven und tiefgehenden Gesprächen mit dem Management unserer Unternehmensbereiche, was positiv von den Kapitalmarktteilnehmern aufgenommen wurde. In der folgenden Zeit begannen Analysten und Investoren jedoch, ihre Gewinnerwartungen, insbesondere im Hinblick auf das Geschäftsjahr 2018, zu reduzieren. Auch wenn die Ergebnisse des 3. Quartals leicht über den Markterwartungen lagen und die Prognose für 2017 trotz des Gegenwinds auf der Währungsseite bestätigt werden konnte, blieb die Verunsicherung der Kapitalmarktteilnehmer bezüglich der künftigen Gewinnentwicklung bestehen und lastete gegenläufig zur allgemeinen Marktentwicklung auf der Aktie.

Das Management und das Investor-Relations-Team von Merck führten im gesamten Jahr 2017 mit mehr als 780 Investoren ausführliche Gespräche im Rahmen von Investorenkonferenzen, Roadshows oder Telefonkonferenzen. Wir konnten unsere Präsenz bei den Finanzmarktteilnehmern somit gegenüber dem Vorjahr noch einmal deutlich ausbauen.

Das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen der Merck-Aktie stieg gegenüber dem Vorjahr minimal um 1 % von etwa 468.000 Stück Aktien auf gut 474.000 Stück im Jahr 2017. Der Anteil der Region Nordamerika am Streubesitz blieb im Jahr 2017 der größte, sank aber gegenüber dem Vorjahr auf etwa 28 % (2016: 31 %). Sogenannte GARP-(growth at reasonable price) und wertorientierte Investoren stellten unverändert die Mehrheit nach Investorentyp. Im Jahr 2017 war ein weiterhin zunehmendes Interesse von wachstumsorientierten Investoren zu beobachten, die ihren Anteil an Merck auf nunmehr etwa 34 % ausgebaut haben. Ende 2017 hielten die fünf größten Aktionäre zusammen rund 19 % vom Streubesitz (Vorjahr: 17 %).

Die Merck-Aktie

Kursentwicklung vom 1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2017

in %

Quelle: Bloomberg (Schlusskurse).
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Die Merck-­Aktie

Kennzahlen zur Aktie1

2017 2016
Dividende2 1,25 1,20
Jahreshöchstkurs 114,40 100,05
Jahrestiefstkurs 87,90 71,40
Jahresendkurs 89,75 99,15
Durchschnitt der täglich gehandelten Merck-Aktien3 Stück 473.740 468.408
Marktkapitalisierung4 (Jahresende) Mio. € 39.021 43.108
Marktwert der zugelassenen Aktien5 (Jahresende) Mio. € 11.599 12.814
1
Kursrelevante Daten beziehen sich jeweils auf den jeweiligen Schlusskurs im Xetra®-Handel an der Frankfurter Börse.
2
Vorbehaltlich der Zustimmung der Hauptversammlung.
3
Basierend auf den gesamten Umsätzen an deutschen Parkett-Börsen und dem Xetra®-Handel.
4
Bezogen auf die theoretische Anzahl der Aktien (434,8 Mio. Stück).
5
Bezogen auf die sich im Streubesitz befindliche Anzahl der Aktien (129,2 Mio. Stück).Quelle: Bloomberg, Thomson Reuters.

Merck-Konzern

Identifizierte Investoren nach Regionen per Dezember 2017

Quelle: Nasdaq Shareholder Identification.Zahl der zugelassenen Aktien: 129,2 Mio.

DIE MERCK-AKTIE

Identifizierte Investoren nach Typ per Dezember 2017

Quelle: Nasdaq Shareholder Identification.