Konzernanhang

Allgemeine Angaben

(1) Unternehmensinformationen

Der vorliegende Konzernabschluss zum 31. Dezember 2017 ist auf die das operative Geschäft des Merck-Konzerns führende MERCK Kommanditgesellschaft auf Aktien (Merck KGaA), Frankfurter Straße 250, 64293 Darmstadt, eingetragen im Handelsregister beim Amtsgericht Darmstadt unter der Nummer HRB 6164, als Obergesellschaft aufgestellt. Gemäß den Vorschriften des Publizitätsgesetzes wird zusätzlich ein Konzernabschluss auf das oberste Mutterunternehmen, die E. Merck Kommanditgesellschaft (E. Merck KG), den Komplementär der Merck KGaA, dessen Kapitalanteil am 31. Dezember 2017 bei 70,274 % (31. Dezember 2016: 70,274 %) lag, aufgestellt. Dieser Konzernabschluss schließt die Merck KGaA und ihre Tochtergesellschaften ein. Beide Abschlüsse werden beim Bundesanzeiger eingereicht und sind danach unter www.bundesanzeiger.de abrufbar.

(2) Grundlagen der Berichterstattung

Der vorliegende Konzernabschluss wurde im Einklang mit den am Abschlussstichtag gültigen und von der Europäischen Union anerkannten International Financial Reporting Standards des International Accounting Standards Board und des IFRS Interpretations Committee (IFRS beziehungsweise IAS sowie IFRIC beziehungsweise SIC) sowie nach den ergänzend anzuwendenden Vorschriften des § 315e HGB aufgestellt. Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Die Aufstellung erfolgte in der Berichtswährung Euro. Die im Konzernabschluss dargestellten Zahlen wurden kaufmännisch gerundet. Dies kann dazu führen, dass sich einzelne Werte nicht zu dargestellten Summen aufaddieren lassen.

Gegenüber dem Vorjahr ergaben sich keine wesentlichen Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Eine Darstellung der im Konzernabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze erfolgt in den Anmerkungen (51) „Bewertungsgrundsätze‟ bis (69) „Anteilsbasierte Vergütungsprogramme‟.

Folgende Regelungen gelten ab dem Geschäftsjahr 2017 verbindlich:

  • Änderung des IAS 7 „Kapitalflussrechnungen‟
  • Änderung des IAS 12 „Ertragsteuern‟
  • Jährliche Verbesserungen an den IFRS, Zyklus 2014 – 2016: Änderung des IFRS 12 „Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen‟

Aus den Änderungen ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Folgende Regelungen werden ab dem Geschäftsjahr 2018 verbindlich gelten:

  • IFRS 9 „Finanzinstrumente‟
  • IFRS 15 „Erlöse aus Verträgen mit Kunden‟
  • Änderung des IFRS 4 „Versicherungsverträge‟
  • Änderungen des IFRS 15 „Erlöse aus Verträgen mit Kunden‟
  • Jährliche Verbesserungen an den IFRS, Zyklus 2014 – 2016: Änderungen des IFRS 1 „Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards‟ und des IAS 28 „Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen‟

Es wurde keine dieser Regelungen vorzeitig angewendet.

Es erfolgte in den vergangenen zwei Jahren eine eingehende Analyse der Auswirkungen der neuen Vorschriften des IFRS 9 im Hinblick auf die Bilanzierung und Prozesse von Merck. In der nachfolgenden Tabelle werden die für Merck wesentlichen Themenbereiche und deren geschätzte Auswirkungen auf das Konzerneigenkapital am 1. Januar 2018 vor Berücksichtigung von latenten Steuern dargestellt.

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Themenbereich Inhalt der geänderten Bilanzierung Erwarteter Effekt auf das Konzerneigenkapital zum 1.1. 2018 in Mio. €1 (Erhöhung [+] / Verminderung [–])
Klassifizierung von finanziellen Vermögenswerten In Einzelfällen kommt es zu Veränderungen in der Klassifizierung finanzieller Vermögenswerte, deren Folgebewertung bislang im sonstigen Ergebnis in der Konzerngesamtergebnisrechnung oder in Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfolgte. Die erwartete wesentliche Auswirkung auf Merck stellt die Klassifizierung von bisher als zur Veräußerung verfügbar eingestuften Schuldinstrumenten dar, die zukünftig der Klasse „Als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet‟ zugeordnet werden.
Bewertung der Eigenkapitalinstrumente Für alle wesentlichen zum 1. Januar 2018 bestehenden Eigenkapitalinstrumente, die nicht zu Handelszwecken gehalten werden, wird Merck die zukünftigen Änderungen des beizulegenden Zeitwerts im sonstiErgebnis in der Konzerngesamtergebnisrechnung erfassen und bei Abgang des Finanzinstruments im Konzerneigenkapital belassen.
Bewertung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und weiterer finanzieller Vermögenswerte Auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden zukünftig Wertberichtigungen auf Basis des über ihre Laufzeit erwarteten Kreditverlusts gebildet. Die Erstanwendung des IFRS 9 wird zu einer Erhöhung der Wertberichtigungen für Ausfälle aus erwarteten Kreditrisiken von finanziellen Vermögenswerten, insbesondere der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, führen. – 5 bis – 10
Designation von Sicherungsinstrumenten Die bestehenden bilanziellen Sicherungsbeziehungen können auch nach erstmaliger Anwendung der Vorschriften des IFRS 9 fortgeführt werden. Sicherungsbeziehungen, bei denen Merck Optionen zur Sicherung einsetzt, wird lediglich der innere Wert von Optionen als Sicherungsinstrument designiert werden. Bei Sicherungsbeziehungen, bei denen Merck Forward-Kontrakte zur Sicherung einsetzt, wird lediglich das Spotelement als Sicherungsinstrument designiert werden. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts des Forwardelements in Forward-Kontrakten beziehungsweise der Zeitwertkomponente in Optionskontrakten werden zunächst in einer neuen Rücklage für Sicherungskosten innerhalb des Konzerneigenkapitals erfasst werden. Die weitere Bilanzierung dieser Beträge hängt von der Art der abgesicherten Transaktion ab. 1
1
Vor Berücksichtigung von latenten Steuern.

Zudem wird sich mit der Einführung des IFRS 9 die Darstellung der Finanzinstrumente in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und in der Konzernbilanz ändern.

Merck wird von den folgenden Erleichterungsmöglichkeiten des IFRS 9 Gebrauch machen:

  • Möglichkeit der modifizierten Erstanwendung mit Erfassung der kumulierten Anpassungsbeträge aus der erstmaligen Anwendung zum 1. Januar 2018. Vergleichsinformationen für Vorperioden werden nach IFRS 9 nicht angegeben.
  • Anwendung des vereinfachten Wertminderungsmodells des IFRS 9 zur Erfassung des über die Gesamtlaufzeit entstehenden Kreditverlusts auf vertragliche Vermögenswerte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen aus Leasingverhältnissen, Forderungen aus Lizenzen sowie Forderungen aus Kommissionsgeschäften.

Die Implementierung der Neuregelungen des IFRS 9 in die Systeme und Prozesse der Konzerngesellschaften wurde in den Jahren 2016 und 2017 entsprechend vorbereitet. Die notwendigen Systemanpassungen betreffen insbesondere die neuen Wertminderungsvorschriften, die neue Klassifizierung von finanziellen Vermögenswerten sowie die erweiterten Angabepflichten im Konzernanhang.

Seit Anfang des Jahres 2015 hat ein funktionsübergreifendes Projektteam die Auswirkungen der neuen Vorschriften des IFRS 15 zur Umsatzerlösrealisierung durch quantitative und qualitative Analysen, Befragungen sowie Vertragsanalysen analysiert.

Merck erzielt mehr als 95 % der Umsatzerlöse aus Warenverkaufsverträgen, die in der Regel einfach strukturiert sind und üblicherweise keine langfristigen Verträge verkörpern. Auf Basis des Kenntnisstands zum Aufstellungszeitpunkt des vorliegenden Konzernabschlusses werden keine wesentlichen Auswirkungen aus der erstmaligen Anwendung von IFRS 15 auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung des Jahres 2018 erwartet.

Die erwarteten Anpassungseffekte auf das Konzerneigenkapital am 1. Januar 2018 vor Berücksichtigung von latenten Steuern stellten sich zusammengefasst wie folgt dar.

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Themenbereich Inhalt der geänderten Bilanzierung Erwarteter Effekt auf das Konzerneigenkapital zum 1.1. 2018 in Mio. €1 (Erhöhung [+] / Verminderung [–])
Zeitpunkt des Übergangs der Verfügungsgewalt bei Warenverkäufen Bei bestimmten Warenlieferungen wird der Übergang der Verfügungsgewalt und damit der Zeitpunkt der Umsatzrealisierung nach IFRS 15 zukünftig späerfolgen als der Übergang der Chancen und Risiken im Sinne des IAS 18. Dies betrifft insbesondere Transporte mit Überseeschifffahrt im Unternehmensbereich Healthcare. – 20
Auslizenzierungen von geistigem Eigentum Bei Auslizenzierungen geistigen Eigentums kann es vereinzelt zu einer früheren Erlösrealisierung als nach IAS 18 kommen, sofern das auslizenziegeistige Eigentum die Anforderungen eines Nutzungsrechts (zeitpunktbezogene Realisierung) anstatt eines Zugangsrechts (zeitraumbezogene Realisierung) erfüllt und die Vergütung nicht in Form von umsatz- oder nutzungsabhängigen Lizenzentgelten erfolgt. 17
Langfristige Lieferverträge mit Mindestabnahmemengen („Take-or-pay‟-Verträge) Vereinzelt sehen Verträge mit Kunden Mindestabnahmemengen vor. In diesen Fällen ist nach IFRS 15 der auf die Mindestabnahmemenge entfalleerwartete Transaktionspreis auf die einzelnen Lieferungen zu allokieren. Nach IAS 18 erfolgte die Umsatzrealisierung hingegen in Höhe des fakturierten Verkaufspreises der einzelnen Lieferungen. 4
Mehrkomponentenverträge Im Unternehmensbereich Life Science bestehen in geringem Umfang Mehrkomponentenverträge mit integrierten Dienstleistungskomponenten. Bei diesen Mehrkomponentenverträgen ist zukünftig teilweise eine andAllokation des Transaktionspreises als bisher vorzunehmen. 1
Ausweis von Zahlungen an Kunden als Erlösminderung anstatt als operativer Aufwand Bei Zahlungen an Kunden hat in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung in Einzelfällen künftig ein Ausweis als Erlösminderung anstatt als operativer Aufwand zu erfolgen.
1
Vor Berücksichtigung von latenten Steuern.

Von keiner oder lediglich sehr untergeordneter Relevanz für Merck sind die Neuregelungen des IFRS 15 in folgenden Bereichen:

  • variable Gegenleistungen
  • zeitraumbasierte Umsatzrealisierung bei langfristigen Dienstleistungsverträgen und kundenspezifischen Fertigungsaufträgen
  • Konsignationslagervereinbarungen
  • Vertragsgewinnungs- oder -erfüllungskosten
  • Prinzipal-Agenten-Beziehungen
  • Bill-and-hold-Vereinbarungen
  • Finanzierungskomponenten
  • Tauschtransaktionen
  • Rückkaufvereinbarungen
  • abspaltungspflichtige Leistungsverpflichtungen aus Transport- und sonstigen Logistikleistungen
  • Bruttoausweis von gewährten Retourenrechten durch Ansatz eines Vermögenswerts für erwartete physische Retouren durch Kunden

Kollaborationsvereinbarungen liegen nur dann im Anwendungsbereich des IFRS 15, sofern ein Kunden-Lieferanten-Verhältnis besteht. Dies ist bei den – insbesondere im Unternehmensbereich Healthcare – bestehenden Kollaborationen regelmäßig nicht der Fall.

Die Implementierung der Neuregelungen in die Systeme und Prozesse der Konzerngesellschaften wurde im Jahr 2016 begonnen und im Verlauf des Jahres 2017 abgeschlossen. Die notwendigen Systemanpassungen betrafen insbesondere die erweiterten Angabepflichten im Konzernanhang.

Merck wird von den folgenden Erleichterungsmöglichkeiten des IFRS 15 Gebrauch machen:

  • Möglichkeit der modifizierten Erstanwendung mit Erfassung der kumulierten Anpassungsbeträge aus der erstmaligen Anwendung zum 1. Januar 2018 im Konzerneigenkapital
  • Verzicht auf eine Anpassung der zugesagten Gegenleistung um eine signifikante Finanzierungskomponente, sofern die erwartete Zeitspanne zwischen der Erfüllung einer Leistungsverpflichtung und der Zahlung durch den Kunden bis zu ein Jahr beträgt
  • Erfassung von Kosten der Vertragsgewinnung als Aufwand bei ihrem Entstehen, wenn der Abschreibungszeitraum nicht mehr als ein Jahr beträgt

Folgende Regelung wird ab dem Geschäftsjahr 2019 verbindlich gelten:

  • IFRS 16 „Leasingverhältnisse‟

Die Auswirkungen des IFRS 16 auf den Konzernabschluss werden zurzeit untersucht. Eine vorzeitige Anwendung erfolgt nicht.

Die Umsetzung des IFRS 16 wird dazu führen, dass Merck als Leasingnehmer grundsätzlich für alle Leasingverhältnisse eine Verbindlichkeit und ein dazugehöriges Nutzungsrecht bilanziell zu erfassen hat. Die Möglichkeit, ein Leasingverhältnis als operatives Leasingverhältnis zu klassifizieren und nur die verbundenen Aufwendungen im Periodenergebnis zu erfassen, entfällt. Merck wird von dem Wahlrecht des IFRS 16 Gebrauch machen, Nutzungsrechte und die korrespondierenden Verbindlichkeiten aus geringwertigen Leasingverhältnissen auch künftig nicht bilanziell zu erfassen. Des Weiteren wird zum Zeitpunkt der Erstanwendung von der Erleichterung des IFRS 16 Gebrauch gemacht, den kumulativen Umstellungseffekt zu erfassen, anstatt rückwirkend eine Anpassung der Vergleichsperiode vorzunehmen. Um die Auswirkungen des IFRS 16 bestimmen zu können, wurden bislang etwa 7.000 Leasingverträge identifiziert und analysiert. Nach dem derzeitigen Stand der Analyse wird sich mit der Umstellung auf IFRS 16 die Bilanzsumme um weniger als 2 % erhöhen.

Folgende Regelungen wurden bis zum Bilanzstichtag vom International Accounting Standards Board in englischer Sprache veröffentlicht und noch nicht von der Europäischen Union anerkannt:

  • IFRS 14 „Regulatory Deferral Accounts‟
  • IFRS 17 „Insurance Contracts‟
  • IFRIC 22 „Foreign Currency Transactions and Advance Consideration‟
  • IFRIC 23 „Uncertainty over Income Tax Treatments‟
  • Amendments to IAS 28 „Investments in Associates and Joint Ventures‟
  • Amendment to IAS 40 „Investment Property‟
  • Amendment to IFRS 2 „Share-based Payment‟
  • Amendment to IFRS 9 „Financial Instruments‟
  • Amendment to IFRS 10 „Consolidated Financial Statements‟
  • Annual Improvements to IFRSs 2015 – 2017 Cycle

Durch die neuen Regelungen werden aus heutiger Sicht keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss erwartet.

(3) Entwicklung des Konsolidierungskreises

Der Konsolidierungskreis entwickelte sich im Berichtszeitraum wie folgt.

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Vollkonsolidierte Gesellschaften am 31.12.2016 313
Zugänge Gründungen 2
Zukäufe 2
Wesentlichkeit 8
Abgänge Liquidationen / Verschmelzungen – 10
Verkäufe
Unwesentlichkeit – 1
Kontrollverlust
Vollkonsolidierte Gesellschaften am 31.12.2017 314
Nicht konsolidierte Tochtergesellschaften am 31.12.2016 48
Nicht konsolidierte Tochtergesellschaften am 31.12.2017 57

Insgesamt betrugen die Auswirkungen der wegen untergeordneter Bedeutung nicht konsolidierten Tochterunternehmen auf Umsatzerlöse, Ergebnis nach Steuern, Vermögenswerte und Eigenkapital bezogen auf den gesamten Merck-Konzern weniger als 1 %. Die Anteile an wegen untergeordneter Bedeutung nicht konsolidierten Tochterunternehmen wurden als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte kategorisiert und unter den langfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen (siehe Anmerkung (19) „Finanzielle Vermögenswerte‟).

Eine Zusammenstellung aller in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften sowie des gesamten Anteilsbesitzes der Merck KGaA erfolgt in Anmerkung (70) „Aufstellung des Anteilsbesitzes‟.

(4) Akquisitionen und Desinvestitionen

Akquisitionen im Berichtsjahr

Am 8. Mai 2017 übernahm Merck sämtliche Anteile an Grzybowski Scientific Inventions Ltd. (GSI) mit Sitz in Evanston, USA. GSI entwickelte Chematica, ein rechnergestütztes Retrosynthese-Tool. Die Software verwendet fortgeschrittene Reaktionsregeln und speziell entwickelte Algorithmen zur Identifikation von Synthesewegen, die benutzerdefinierte Vorgaben erfüllen. GSI wird in den Unternehmensbereich Life Science eingegliedert. Der Kaufpreis umfasste ein fixes Entgelt von 7 Mio. US-Dollar (7 Mio. €) sowie künftige Meilensteinzahlungen von bis zu 1 Mio. US-Dollar (1 Mio. €).

Am 15. September 2017 übernahm Merck sämtliche Anteile an Natrix Separations, Inc. (Natrix). Das Unternehmen mit Sitz in Burlington, Kanada, vertreibt Hydrogelmembran-Produkte für Einweg-Chromatografie-Einheiten. Natrix wird in den Unternehmensbereich Life Science eingegliedert. Der Kaufpreis umfasste ein fixes Entgelt von rund 14 Mio. US-Dollar (12 Mio. €) sowie künftige Meilensteinzahlungen von bis zu 8 Mio. US-Dollar (7 Mio. €).

Die Kaufpreisallokationen für GSI und Natrix waren zum 31. Dezember 2017 in Bezug auf die immateriellen Vermögenswerte und die latenten Steuern noch nicht abgeschlossen. Der bedeutendste Einfluss aus den vorläufigen Kaufpreisallokationen ergab sich in beiden Fällen aus der Neubewertung der technologiebezogenen immateriellen Vermögenswerte. Beide Akquisitionen trugen nur unwesentlich zu den Umsatzerlösen und dem Ergebnis des Merck-Konzerns bei.

Akquisition im Vorjahr

BioControl Systems, Inc., USA

Merck übernahm mit Wirkung zum 21. Dezember 2016 sämtliche Anteile an der BioControl Systems, Inc., Bellevue, USA, (BioControl), einem Unternehmen, das Materialien und Systeme zur Überprüfung der Lebensmittelsicherheit entwickelt, herstellt und vertreibt. BioControl wurde in den Unternehmensbereich Life Science eingegliedert. Der Kaufpreis betrug 169 Mio. US-Dollar (161 Mio. €). Zum 31. Dezember 2016 konnte noch keine Kaufpreisallokation durchgeführt werden, sodass die erworbenen Vermögenswerte und Schulden im Vorjahr zu vorläufigen Buchwerten angesetzt wurden. Die entsprechenden Vorjahresanpassungen der Konzernbilanz aufgrund der abgeschlossenen Kaufpreisallokation sind im Abschnitt „Vorjahresanpassungen der Konzernbilanz aufgrund abgeschlossener Kaufpreisallokation im Geschäftsjahr 2017‟ dargestellt. Es ergaben sich folgende beizulegende Zeitwerte für die erworbenen Vermögenswerte und Schulden.

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in Mio. € Beizulegende Zeitwerte zum Erwerbszeitpunkt
Langfristige Vermögenswerte  
Sonstige immaterielle Vermögenswerte (ohne Geschäfts- oder Firmenwert) 56
Sachanlagen 2
Sonstige langfristige Vermögenswerte 1
59
Kurzfristige Vermögenswerte  
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 4
Vorräte 6
Forderungen 5
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 1
15
Vermögenswerte 75
 
Langfristige Verbindlichkeiten  
Latente Steuerschulden 4
4
Kurzfristige Verbindlichkeiten  
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen 3
3
Schulden 8
 
Erworbenes Nettovermögen 67
 
Kaufpreis für den Erwerb der Anteile 161
Positiver Unterschiedsbetrag (Geschäfts- oder Firmenwert) 94

Die bedeutendsten Einflüsse aus der Kaufpreisallokation ergaben sich aus der Neubewertung der kundenbezogenen und technologiebezogenen immateriellen Vermögenswerte, die über einen Zeitraum von 13 Jahren abgeschrieben werden.

Der positive Unterschiedsbetrag in Höhe von 94 Mio. € wurde als Geschäfts- oder Firmenwert angesetzt. Dieser beinhaltet erwartete Synergien, die sich aus der Integration von BioControl in den Unternehmensbereich Life Science ergeben werden, sowie nicht ansetzbare immaterielle Vermögenswerte wie das Knowhow des Mitarbeiterstamms. Der Geschäfts- oder Firmenwert ist dem Unternehmensbereich Life Science zugeordnet und für Steuerzwecke absetzbar.

Mit dem Unternehmenserwerb in Zusammenhang stehende Kosten in Höhe von 4 Mio. € fielen fast vollständig im Jahr 2016 an und wurden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.

Im Rahmen der Akquisition wurden keine bedingten Gegenleistungen vereinbart, die durch Merck in der Zukunft möglicherweise zu erbringen wären. Merck wurden von den veräußernden Anteilseignern keine Entschädigungsleistungen für Erfolgsunsicherheiten der erworbenen Vermögenswerte oder Schulden zugesichert.

Die Entwicklung des in US-Dollar geführten Geschäfts- oder Firmenwerts zwischen dem 31. Dezember 2016 und dem 31. Dezember 2017 stellte sich wie folgt dar.

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in Mio. € Entwicklung des Geschäfts- oder Firmenwerts
Geschäfts- oder Firmenwert am 31.12. 20161 94
Wechselkurseffekte – 9
Geschäfts- oder Firmenwert am 31.12. 2017 85
1
Vorjahreszahl wurde angepasst.

Im Zuge der Kaufpreisallokation wurden keine wesentlichen Eventualverbindlichkeiten identifiziert.

Vorjahresanpassungen der Konzernbilanz aufgrund abgeschlossener Kaufpreisallokation im Geschäftsjahr 2017

Im Geschäftsjahr 2017 wurde die Kaufpreisallokation für BioControl abgeschlossen.

Die Werte der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2016 wurden wie folgt rückwirkend angepasst.

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Vorjahresanpassung

  31.12. 2016
in Mio. € Vor Anpassung BioControl Systems, Inc. Nach Anpassung
Langfristige Vermögenswerte 30.582 7 30.589
Davon:
Geschäfts- oder Firmenwerte 15.064 – 49 15.015
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 9.925 55 9.980
Sachanlagen 4.230 1 4.231
Nicht angepasste langfristige Vermögenswerte 1.362 1.362
 
Kurzfristige Vermögenswerte 7.670 7.670
Davon:
Vorräte 2.607 2 2.609
Übrige kurzfristige Vermögenswerte 674 – 2 672
Nicht angepasste kurzfristige Vermögenswerte 4.389 4.389
 
Vermögenswerte 38.251 7 38.258
 
Eigenkapital 14.050 14.050
 
Langfristige Verbindlichkeiten 15.115 4 15.119
Davon:
Latente Steuerschulden 2.720 4 2.724
Nicht angepasste langfristige Verbindlichkeiten 12.395 12.395
 
Kurzfristige Verbindlichkeiten 9.086 3 9.089
Davon:
Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten 1.947 3 1.950
Nicht angepasste kurzfristige Verbindlichkeiten 7.139 7.139
 
Eigenkapital und Schulden 38.251 7 38.258

Veräußerung der Biosimilars-Geschäftsaktivitäten

Merck hat am 31. August 2017 die Veräußerung der BiosimilarsGeschäftsaktivitäten an Tochterunternehmen der Fresenius SE & Co. KGaA vollzogen. Die dem Unternehmensbereich Healthcare zugeordneten Geschäftsaktivitäten wurden seit dem Geschäftsjahr 2016 als Veräußerungsgruppe ausgewiesen und beinhalteten den zuordenbaren Geschäfts- oder Firmenwert, Vorräte, Sachanlagevermögen, Pensionsverpflichtungen und immaterielle Vermögenswerte. Neben dem Abgang der Geschäftsaktivitäten schlossen die Vertragsparteien Liefer- und Dienstleistungsvereinbarungen ab. Diese umfassen die Unterstützung bei der Arzneimittelentwicklung und -herstellung.

Merck erhielt als Gegenleistung für den Verkauf der Geschäftsaktivitäten eine Zahlung in Höhe von 156 Mio. €. Merck hat gemäß den vereinbarten Transaktionsbedingungen daneben Anspruch auf zukünftige Meilensteinzahlungen von bis zu 497 Mio. €, mit denen teilweise zu erbringende Dienstleistungen abgegolten werden, sowie auf gestaffelte Lizenzzahlungen auf potenzielle Produktumsätze. Zudem erhielt Merck eine Anzahlung in Höhe von 45 Mio. € für kurzfristig zu erbringende Dienstleistungen, die über den Zeitraum der Leistungserbringung vereinnahmt werden. Weitere Dienstleistungsentgelte wird Merck ab dem Jahr 2018 vereinnahmen, teilweise aus zukünftigen Meilensteinzahlungen. Der durch einen externen Bewertungsgutachter ermittelte beizulegende Zeitwert der bedingten Gegenleistung für die Veräußerung der Geschäftsaktivitäten wurde als zur Veräußerung verfügbarer finanzieller Vermögenswert kategorisiert. Eine Sensitivitätsanalyse der Bewertung der bedingten Gegenleistung ist in Anmerkung (6) „Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten‟ enthalten. Der ermittelte Veräußerungsgewinn belief sich auf 319 Mio. € und wurde innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge ausgewiesen. Die Erlöse aus der Erbringung von Dienstleistungen werden überwiegend als Teil der Umsatzerlöse erfasst.

(5) Kollaborationen von wesentlicher Bedeutung

Strategische Allianz mit Pfizer Inc., USA, zur gemeinsamen Entwicklung und Vermarktung von Wirkstoffen im Bereich Immunonkologie

Am 17. November 2014 schloss Merck eine weltweit geltende strategische Allianz mit Pfizer Inc., USA, (Pfizer) über die Zusammenarbeit zur gemeinsamen Entwicklung und Vermarktung des Anti-PD-L1-Antikörpers Avelumab. Dieser Antikörper erhielt im Jahr 2017 erste Zulassungen unter dem Handelsnamen Bavencio® zur Behandlung von Patienten mit metastasiertem Merkelzellkarzinom (in den USA sowie in der Europäischen Union, Island, Japan, Kanada, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz) sowie mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Urothelkarzinom (in den USA). Zugleich befindet sich der Antikörper in der klinischen Entwicklung in mehreren breit angelegten Studien zur potenziellen Behandlung weiterer Tumorarten. Der Wirkstoff soll sowohl als Einzelwirkstoff als auch in Kombination mit einer breiten Palette von bereits zugelassenen oder noch in Entwicklung befindlichen Wirkstoffen eingesetzt werden. Beide Konzerne haben im Rahmen der strategischen Allianz ihre Ressourcen und ihre Expertise gebündelt, um darüber hinaus einen Anti-PD-1-Antikörper von Pfizer gemeinsam zu entwickeln und zu vermarkten. Übergeordnete Zielsetzung der strategischen Allianz ist, Entwicklungsrisiken zu teilen und die Präsenz beider Unternehmen im Bereich der Immunonkologie voranzutreiben.

Die Kollaborationsvereinbarung sieht in der Entwicklungsphase eine hälftige Teilung der Entwicklungsaufwendungen vor. In der Vermarktungsphase realisiert Merck den überwiegenden Anteil der Umsatzerlöse aus Verkäufen von Bavencio® und Pfizer realisiert den überwiegenden Anteil der Umsatzerlöse aus dem Anti-PD-1-Antikörper von Pfizer, während das Nettoergebnis aus Umsatzerlösen und definierten Aufwandskomponenten jeweils hälftig zwischen Pfizer und Merck geteilt wird. Die Durchführung der Kollaborationsvereinbarung erfolgt nicht innerhalb eines eigenständigen Vehikels.

Pfizer entrichtete an Merck nach Abschluss der Vereinbarung im Jahr 2014 eine Einstandszahlung in Höhe von 850 Mio. US-Dollar (678 Mio. €) und hat sich verpflichtet, bei Erreichen definierter Entwicklungs- und Vermarktungsmeilensteine weitere Zahlungen von bis zu 2 Mrd. US-Dollar an Merck zu leisten. Auf Basis der Kollaborationsvereinbarung erhielt Merck zudem das Recht, für mehrere Jahre Xalkori® (Crizotinib) gemeinsam mit Pfizer zu vermarkten. Hierbei handelt es sich um einen Inhibitor der anaplastischen Lymphom-Kinase (ALK), der für die Behandlung von metastasiertem nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom (NSCLC) bei Patienten mit ALK-positiven Tumoren zugelassen ist. In den USA und Europa darf Xalkori® außerdem zur Behandlung von metastasiertem ROS1positivem NSCLC eingesetzt werden. Merck erhält von Pfizer während der gemeinsamen Vermarktung von Xalkori® Ergebnisbeteiligungen, die als Teil der Umsatzerlöse ausgewiesen werden. Diese beliefen sich im Berichtsjahr auf 72 Mio. € (Vorjahr: 64 Mio. €). Das Recht zur gemeinsamen Vermarktung wurde zum Zeitpunkt des Entstehens durch einen unabhängigen externen Gutachter unter Anwendung der Residualwertmethode zum beizulegenden Zeitwert bewertet und aktiviert und wird über die Laufzeit des Vertrags abgeschrieben. Der Restbuchwert dieses immateriellen Vermögenswerts zum 31. Dezember 2017 belief sich auf 93 Mio. € (31. Dezember 2016: 153 Mio. €). Für Xalkori® ergab sich sowohl im Jahr 2017 als auch im Vorjahr eine Wertminderung. Hinsichtlich der erfolgten Wertminderungen wird auf Anmerkung (6) „Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten‟ verwiesen.

Zum Zeitpunkt des Abschlusses der Kollaborationsvereinbarung wurden sowohl die erhaltene Einstandszahlung als auch der Gegenwert des Rechts zur gemeinsamen Vermarktung von Xalkori® bilanziell als abgegrenzte Erlöse unter den übrigen Verbindlichkeiten erfasst. Beide Beträge werden über den erwarteten Zeitraum der durch Merck in der Entwicklungsphase zu erfüllenden Leistungsverpflichtungen ertragswirksam realisiert und in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen (2017: 191 Mio. € / 2016: 191 Mio. €). Hinsichtlich der hiermit verbundenen Ermessensausübungen und Schätzungsunsicherheiten wird auf Anmerkung (6) „Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten‟ verwiesen. Im Geschäftsjahr 2017 erzielte Merck Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Bavencio® in Höhe von 21 Mio. € (Vorjahr: 0 Mio. €), erfasste Forschungs- und Entwicklungskosten in Höhe von 264 Mio. € (Vorjahr: 245 Mio. €) und erhielt Meilensteinzahlungen in Höhe von 124 Mio. € (Vorjahr: 0 Mio. €), die innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge ausgewiesen wurden.

Vereinbarung mit Bristol-Myers Squibb Company, USA, über die gemeinsame Vermarktung von Glucophage® in China

Im März 2013 hatte Merck eine Vereinbarung mit Bristol-Myers Squibb Company, USA, (BMS) über die gemeinsame Vermarktung des Antidiabetikums Glucophage® (Wirkstoff: Metformin-Hydrochlorid) zur Behandlung von Typ-II-Diabetes in China abgeschlossen. Auf Basis dieser Vereinbarung übernahm Merck ab dem Geschäftsjahr 2017 den Vertrieb von Glucophage® in China eigenverantwortlich. Anstelle von Provisionserlösen vereinnahmt Merck seither Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Glucophage® in China und entrichtet Lizenzzahlungen an BMS. Im Geschäftsjahr 2017 erzielte Merck aus dem Verkauf von Glucophage® in China Umsatzerlöse in Höhe von 279 Mio. € (Vorjahr: Provisionserlöse in Höhe von 104 Mio. €).

Vereinbarung mit Intrexon Corporation, USA, über die gemeinsame Entwicklung und Vermarktung von CAR-T-Krebstherapien

Merck und die Intrexon Corporation, USA, haben im März 2015 eine strategische Kooperations- und Lizenzvereinbarung zur Entwicklung und Vermarktung von T-Zell-Krebstherapien auf Basis von chimären Antigenrezeptoren (CAR-T) abgeschlossen. Im Rahmen der Vereinbarung erhielt Merck exklusiven Zugang zu den Technologien von Intrexon zur Erzeugung von T-Zellen mit optimierter und induzierbarer Genexprimierung. Intrexon wird bis zur Beantragung der Genehmigung auf Prüfung eines neuen Arzneimittels für jegliche Plattform- und Produktentwicklungen verantwortlich sein. Merck wird die Tumorziele auswählen, für deren Behandlung die CAR-T-Produkte entwickelt werden sollen, und außerdem federführend die Zulassungsbeantragung und vorgeschaltete Interaktionen mit den Behörden sowie klinische Entwicklungs- und Vermarktungsaktivitäten übernehmen. Intrexon erhielt eine Einstandszahlung in Höhe von 115 Mio.US-Dollar. Diese wurde als Teil der noch nicht nutzungsbereiten immateriellen Vermögenswerte angesetzt (Buchwert zum 31. Dezember 2017: 104 Mio. € / 31. Dezember 2016: 104 Mio. €). Darüber hinaus hat Intrexon für die ersten zwei von Merck ausgewählten Tumorziele sowohl Anspruch auf Erstattung von Forschungsaufwendungen als auch auf potenzielle Meilensteinzahlungen in Höhe von bis zu 826 Mio. US-Dollar für definierte Entwicklungs-, Zulassungs- und Vermarktungsziele sowie gestaffelte Lizenzgebühren auf Produktumsätze. Intrexon hat darüber hinaus Anspruch auf weitere Zahlungen bei Erreichung von bestimmten Meilensteinen in der Technologieentwicklung.

Entwicklungsvereinbarung mit Avillion LLP, Großbritannien, zur Entwicklung des Anti-IL-17-A/F-Nanobody® von Merck

Merck gab am 30. März 2017 den Abschluss einer Vereinbarung mit einem Tochterunternehmen von Avillion LLP, London, Großbritannien, (Avillion) zur Entwicklung des Anti-IL-17-A/F-Nanobody® M1095 bekannt. Merck erwarb die umfassenden Exklusivrechte am Anti-IL-17-A/F-Nanobody® im Jahr 2013 im Rahmen einer weltweiten Entwicklungs- und Vermarktungslizenz von Ablynx nv, Gent, Belgien. Dieser Nanobody® ist ein in der klinischen Prüfung befindlicher Entwicklungskandidat mit abgeschlossener Phase-I-Entwicklung. Im Rahmen der Zusammenarbeit übernimmt Avillion die Weiterentwicklung des Anti-IL-17-A/F-Nanobody® in Phase II und Phase III in der Indikation Psoriasis und finanziert zudem das klinische Programm bis zum Zulassungsantrag. Während der Entwicklungsphase bildet Merck eine finanzielle Verbindlichkeit für potenzielle Rückzahlungsverpflichtungen an Avillion und erfasst den korrespondierenden Aufwand innerhalb der Forschungs- und Entwicklungskosten.

Kollaboration im Bereich Immunonkologie mit F-star Delta Ltd., Großbritannien

Merck gab am 4. Juni 2017 eine strategische Kooperation mit F-star Delta Ltd., Cambridge, Großbritannien, (F-star) bekannt. Gegenstand der Kooperation ist die Entwicklung und Vermarktung von bispezifischen immunonkologischen Antikörpern. Merck hat die Option, im Anschluss an die Bereitstellung von vordefinierten Datenpaketen durch F-star sämtliche Anteile an einer Gesellschaft zu erwerben, die fünf bispezifische Entwicklungsprogramme – einschließlich der präklinischen Leitsubstanz FS118 von F-star – besitzt. Im Gegenzug leistete Merck an F-star und deren Anteilseigner Einstandszahlungen in Höhe von insgesamt 60 Mio. €, die im Jahr 2017 als Vermögenswerte aktiviert wurden. In den ersten zwei Jahren werden ferner Zahlungen für die Finanzierung von Forschung und Entwicklung sowie erfolgsabhängige Meilensteinzahlungen in Höhe von insgesamt bis zu 55 Mio. € entrichtet werden. Die Meilensteinzahlungen werden zum Zeitpunkt ihrer Entstehung aktiviert werden. Die Finanzierung von Forschung und Entwicklung wird innerhalb der Forschungs- und Entwicklungskosten erfasst. Im Fall einer Optionsausübung und danach erreichter definierter Meilensteine werden weitere Zahlungsverpflichtungen seitens Merck in Höhe von bis zu 715 Mio. € ausgelöst.

(6) Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten

Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfordert es, dass durch Merck in gewissem Umfang Ermessensentscheidungen und Annahmen getroffen sowie Schätzungen vorgenommen werden. Die mit den potenziell größten Auswirkungen auf den vorliegenden Konzernabschluss verbundenen Ermessensentscheidungen, zukunftsbezogenen Annahmen und Quellen von Schätzungsunsicherheiten sind im Folgenden dargestellt.

Ansatz und Bewertung von Vermögenswerten, Schulden und Eventualverbindlichkeiten, die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworben wurden

Der Ansatz und die Bewertung von Vermögenswerten, Schulden und Eventualverbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert im Rahmen von Kaufpreisallokationen sind mit Schätzungen verbunden. Dabei wird in der Regel auf die Expertise externer Bewertungsgutachter zurückgegriffen. Die beizulegenden Zeitwerte der im Rahmen der Kaufpreisallokationen der BioControl Systems, Inc., USA, der Grzybowski Scientific Inventions, USA, sowie der Natrix Separations, Inc., Kanada, angesetzten Vermögenswerte und Schulden finden sich in Anmerkung (4) „Akquisitionen und Desinvestitionen‟.

Bedingte Gegenleistungen

Sofern im Rahmen der Veräußerung oder des Erwerbs von Geschäften mit dem Erwerber oder Veräußerer bedingte Gegenleistungen vertraglich vereinbart werden, wird der beizulegende Zeitwert dieser Ansprüche beziehungsweise Verpflichtungen zum Zeitpunkt der Transaktion bilanziell als zur Veräußerung verfügbar klassifizierter finanzieller Vermögenswert beziehungsweise als finanzielle Verbindlichkeit angesetzt. Merck wies zum 31. Dezember 2017 aus bedingten Gegenleistungen finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 277 Mio. € (31. Dezember 2016: 51 Mio. €) sowie finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von 3 Mio. € (31. Dezember 2016: 1 Mio. €) aus. Die Vermögenswerte beruhten im Wesentlichen auf vertraglichen Ansprüchen aus potenziellen zukünftigen Meilensteinzahlungen und Lizenzentgelten im Zusammenhang mit der Veräußerung der Biosimilars-Geschäftsaktivitäten im Jahr 2017 sowie der Veräußerung der Kuvan®-Geschäftsaktivitäten im Jahr 2016. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von bedingten Gegenleistungen ist in hohem Maße ermessensbehaftet. Die bedeutendsten Parameter im Rahmen der Bewertung von bedingten Gegenleistungen repräsentieren die geschätzten Erfolgswahrscheinlichkeiten der einzelnen Meilensteinereignisse, die zur Ableitung von Lizenzentgelten unterstellte Umsatzplanung sowie der verwendete Diskontierungsfaktor. Eine Veränderung dieser wesentlichen Inputfaktoren kann zu bedeutenden Wertänderungen der angesetzten finanziellen Vermögenswerte oder finanziellen Verbindlichkeiten führen.

Die materiell bedeutendste bedingte Gegenleistung ist der zukünftige Kaufpreisanspruch aus der Veräußerung der Biosimilars-Geschäftsaktivitäten (siehe Anmerkung (4) „Akquisitionen und Desinvestitionen‟). Dieser wurde durch einen externen Bewertungsgutachter ermittelt und belief sich auf 228 Mio. €. Sofern im Rahmen der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts dieser bedingten Gegenleistung zum Transaktionszeitpunkt die Zulassungswahrscheinlichkeit beziehungsweise der Diskontierungsfaktor der drei bedeutendsten Entwicklungsprogramme in dem unten dargestellten Umfang geringer oder höher eingeschätzt worden wäre, hätte dies im Geschäftsjahr 2017 zu den nachfolgenden Bewertungsänderungen mit entsprechenden Auswirkungen auf das Ergebnis vor Steuern geführt.

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Veränderung der Zulassungswahrscheinlichkeit
in Mio. € – 10 % unverändert 10 %
Veränderung des Diskontierungsfaktors 6,0 % – 42 6 54
unverändert (6,5 %) – 47 47
7,0 % – 52 – 6 39

Erlösminderungen

Merck gewährt seinen Kunden verschiedene Arten von Rückvergütungen und Preisnachlässen. Daneben werden erwartete Retouren, staatliche Zwangsabgaben sowie Rabatte aus Gesundheitsplänen und Gesundheitsprogrammen erlösmindernd erfasst.

Der bedeutendste Teil dieser Erlösminderungen entfiel auf den Unternehmensbereich Healthcare. Die wesentlichsten Erlösminderungen in diesem Unternehmensbereich betreffen staatliche Rabattprogramme in Nordamerika.

Soweit nicht bereits von erhaltenen Zahlungen zum Abzug gebracht, wurde die Höhe der Erlösminderungen durch Merck auf Basis aktueller Erfahrungswerte ermittelt und als Verbindlichkeit erfasst (Buchwert zum 31. Dezember 2017: 435 Mio. € / 31. Dezember 2016: 443 Mio. €). Die Erlösminderungen verringern die Bruttoumsatzerlöse. Anpassungen der Verbindlichkeiten können in späteren Perioden zu nachträglichen Erhöhungen oder Verminderungen der Umsatzerlöse führen.

Wertminderungstests der Geschäfts- oder Firmenwerte und noch nicht nutzungsbereiten immateriellen Vermögenswerte

Mindestens einmal jährlich sowie gegebenenfalls anlassbezogen werden die im Konzernabschluss ausgewiesenen Geschäfts- oder Firmenwerte (Buchwert zum 31. Dezember 2017: 13.582 Mio. € /31. Dezember 2016: 15.015 Mio. €1) und nicht nutzungsbereiten immateriellen Vermögenswerte (Buchwert zum 31. Dezember 2017: 421 Mio. € / 31. Dezember 2016: 181 Mio. €) auf vorliegende Wertminderungen getestet.

Aufgrund der Beendigung von Entwicklungsprojekten im Unternehmensbereich Healthcare wurden im Berichtszeitraum Wertminderungen der noch nicht nutzungsbereiten immateriellen Vermögenswerte in Höhe von 17 Mio. € vorgenommen (Vorjahr: 12 Mio. €).

Die Buchwerte der Geschäfts- oder Firmenwerte unterteilten sich wie nachfolgend dargestellt auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten beziehungsweise Gruppen zahlungsmittelgenerierender Einheiten, auf deren Ebene die jeweiligen Wertminderungstests erfolgten.

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in Mio. € 31.12. 2017 31.12. 2016
Biopharma 1.534 1.560
Consumer Health 251 251
Life Science1 10.519 11.752
Performance Materials 1.278 1.452
Geschäfts- oder Firmenwerte1 13.582 15.015
1
Vorjahreszahlen wurden angepasst, siehe Anmerkung (4) „Akquisitionen und Desinvestitionen‟.

Die Veränderungen der Buchwerte gegenüber dem Vorjahr waren überwiegend währungsbedingt.

Die identifizierten zahlungsmittelgenerierenden Einheiten beziehungsweise Gruppen zahlungsmittelgenerierender Einheiten stellten die unterste Ebene dar, auf der Geschäfts- oder Firmenwerte durch die Unternehmensleitung überwacht wurden.

Wertminderungen von Geschäfts- oder Firmenwerten ergaben sich wie im Vorjahr nicht.

Bei der Durchführung der Wertminderungstests der Geschäfts- oder Firmenwerte kamen folgende Parameter zur Anwendung.

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Bewertungsgrundlage Nutzungswert
Ebene der Wertminderungstests Biopharma (einschließlich Allergopharma; im Vorjahr zudem einschließlich Biosimilars1)
Consumer Health
Life Science
Performance Materials
Planungsgrundlage Letzte von der Geschäftsleitung genehmigte Mittelfristplanung, die auch für interne Zwecke verwendet wird
Detailplanungszeitraum 4 Jahre
Wesentliche Annahmen Netto-Cash-Flows
Langfristige Wachstumsrate nach dem Detailplanungszeitraum
Diskontierungsfaktor nach Steuern (gewichtete Kapitalkosten – WACC)
Wertbestimmung wesentlicher Annahmen Netto-Cash-Flows
  • Umsatzwachstum
    Auf Basis interner Planungen unter Berücksichtigung von internen und externen Marktdaten und -einschätzungen, beispielsweise über Marktanteile, und unter Vernachlässigung möglicher Zulassungen neuer Wirkstoffe aus der Entwicklungspipeline und sonstiger Erweiterungsinvestitionen
  • Ergebnismargen
    Auf Basis von Vergangenheitserfahrungen, angepasst um erwartete Veränderungen

    Langfristige Wachstumsrate nach dem Detailplanungszeitraum
    Auf Basis langfristiger Inflationserwartungen und des erwarteten langfristigen Branchenwachstums

Diskontierungsfaktor nach Steuern (gewichtete Kapitalkosten – WACC)

  • Eigenkapitalkosten
    Risikoloser Zinssatz: Abgeleitet aus der Rendite langfristiger Staatsanleihen
    Betafaktor: Abgeleitet aus der jeweiligen Peergroup
    Marktrisikoprämie: Innerhalb der vom Fachausschuss für Unternehmensbewertung und Betriebswirtschaft (FAUB) des Instituts Wirtschaftsprüfer e. V. (IDW) empfohlenen Bandbreite

  • Fremdkapitalkosten und Kapitalstruktur
    Abgeleitet aus Marktdaten sowie der jeweiligen Peergroup

Die bei der Durchführung der Wertminderungstests der Geschäfts- oder Firmenwerte verwendeten langfristigen Wachstumsraten und gewichteten Kapitalkosten (WACC) stellten sich wie folgt dar.

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Langfristige Wachstumsrate Kapitalkosten nach Steuern Kapitalkosten vor Steuern
  2017 2016 2017 2016 2017 2016
Biopharma 0,00 % 0,00 % 6,7 % 6,1 % 8,9 % 8,1 %
Consumer Health 2,00 % 2,00 % 6,6 % 5,9 % 8,2 % 7,2 %
Life Science 1,75 % 1,75 % 6,8 % 6,1 % 8,4 % 7,5 %
Performance Materials 0,50 % 0,50 % 5,9 % 6,1 % 7,5 % 7,9 %

Zur Diskontierung der Netto-Cash-Flows wurden Kapitalkosten nach Steuern zugrunde gelegt, aus denen die zuvor dargestellten Kapitalkosten vor Steuern iterativ abgeleitet wurden. Sämtliche der vorgenannten Annahmen sind aufgrund der ihnen innewohnenden Unsicherheit als Quelle von Schätzungsunsicherheiten anzusehen.

Der erzielbare Betrag lag bei allen durchgeführten Wertminderungstests um mehr als 10 % über dem Buchwert der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit beziehungsweise Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Ungeachtet dessen wurden die verwendeten Planungsdaten gegen extern verfügbare Prognosen verplausibilisiert und die ermittelten erzielbaren Beträge mit Multiplikatorbewertungen auf Basis von Peergroup-Informationen validiert. Im Rahmen der Wertminderungstests wurden zudem Sensitivitätsanalysen der wesentlichen Annahmen vorgenommen. Im Ergebnis hätte keine von der Unternehmensleitung für möglich gehaltene Änderung einer wesentlichen Annahme zu einer Wertminderung geführt. In der nachfolgenden Tabelle ist dargestellt, in welchem Umfang die wesentlichen Annahmen hätten verändert werden müssen, bis es im Rahmen der Wertminderungstests zu einer Wertminderung gekommen wäre.

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  Verminderung langfristige Wachstumsrate Erhöhung Kapitalkosten nach Steuern Verminderung Netto-Cash-Flows
  2017 2016 2017 2016 2017 2016
  in Prozentpunkten in Prozentpunkten in %
Biopharma > 2,0 > 2,0 > 2,0 > 2,0 > 5 % > 5 %
Consumer Health > 2,0 > 2,0 > 2,0 > 2,0 > 5 % > 5 %
Life Science > 2,0 > 2,0 > 1,5 > 1,5 > 5 % > 5 %
Performance Materials > 2,0 > 2,0 > 2,0 > 2,0 > 5 % > 5 %

Bestimmung der Abschreibungshöhe immaterieller Vermögenswerte mitbestimmter Nutzungsdauer

Außer über Geschäfts- oder Firmenwerte und noch nicht nutzungsbereite immaterielle Vermögenswerte verfügt Merck in signifikantem Umfang über immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer. Dies betrifft insbesondere immaterielle Vermögenswerte aus Kundenbeziehungen, Markennamen, Warenzeichen, Marktzulassungen, Patenten, Lizenzen, ähnlichen Rechten und Sonstigem (Buchwert zum 31. Dezember 2017: 7.549 Mio. € / 31. Dezember 2016: 9.516 Mio. €1). Bei der Ermittlung der angemessenen Abschreibungshöhe dieser immateriellen Vermögenswerte sind wesentliche Annahmen und Schätzungen erforderlich. Dies betraf im Besonderen die Bestimmung der zugrunde zu legenden Restnutzungsdauer, die durch Merck regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst wird. Merck berücksichtigt bei diesen Schätzungen unter anderem die für den jeweiligen Vermögenswert typischen Produktlebenszyklen sowie öffentlich verfügbare Informationen über die geschätzte Nutzungsdauer von ähnlichen Vermögenswerten.

Sofern die Abschreibungen der immateriellen Vermögenswerte aus Kundenbeziehungen, Markennamen, Warenzeichen, Marktzulassungen, Patenten, Lizenzen, ähnlichen Rechten und Sonstigem beispielsweise aufgrund verkürzter Restnutzungsdauern um 10 % höher gewesen wären, hätte dies im Geschäftsjahr 2017 zu einer Verringerung des Ergebnisses vor Steuern um 120 Mio. € geführt (Vorjahr: 122 Mio. €).

Eine Verkürzung der Nutzungsdauer des im Zusammenhang mit dem Produkt Rebif® bilanzierten immateriellen Vermögenswerts um ein Jahr hätte im Geschäftsjahr 2017 zu einer Verringerung des Ergebnisses vor Steuern um 184 Mio. € geführt (Vorjahr: 123 Mio. €). Bei einer Verlängerung der Nutzungsdauer um ein Jahr wäre das Ergebnis vor Steuern um 92 Mio. € höher gewesen (Vorjahr: 74 Mio. €).

Forschungs- und Entwicklungskooperationen sowie Ein- und Auslizenzierungen immaterieller Vermögenswerte

Merck ist regelmäßig Partner in Forschungs- und Entwicklungskooperationen mit Forschungseinrichtungen, Biotechnologie-Unternehmen oder sonstigen Vertragsparteien mit dem Ziel, vermarktungsfähige Produkte zu entwickeln. Merck schließt daneben Einlizenzierungsvereinbarungen über geistiges Eigentum von Vertragsparteien ab. Typisch für diese Formen von Vereinbarungen ist die Entrichtung von Einstandszahlungen („Upfront-Zahlungen‟) und von Zahlungen bei Erreichen bestimmter Entwicklungs- und Vermarktungsmeilensteine. Merck hat in diesem Zusammenhang zu beurteilen, inwieweit die geleisteten Einstands- und Meilensteinzahlungen eine Vergütung für bezogene Dienstleistungen (Forschungs- und Entwicklungsaufwand) darstellen oder ob durch die Zahlung ein aktivierungspflichtiger immaterieller Vermögenswert einlizenziert wird. Diese Einschätzung ist regelmäßig ermessensbehaftet.

Im Rahmen von Forschungs- und Entwicklungskooperationen oder Auslizenzierungsvereinbarungen vereinnahmt Merck regelmäßig Einstands- und Meilensteinzahlungen. In diesem Zusammenhang darf eine unmittelbare Ertragsvereinnahmung nur erfolgen, sofern Merck sämtliche maßgeblichen Chancen und Risiken eines immateriellen Vermögenswerts auf den Erwerber übertragen hat, Merck nicht an den weiteren Geschäftstätigkeiten beteiligt ist und zudem keine wesentlichen fortwährenden Verpflichtungen bei Merck verbleiben. Sofern diese Kriterien nicht als erfüllt zu betrachten sind, werden die erhaltenen Zahlungen abgegrenzt und über den erwarteten Zeitraum der durch Merck zu erfüllenden Leistungsverpflichtungen ertragswirksam vereinnahmt. Sowohl die Beurteilung der Ertragsrealisierungskriterien als auch die Bestimmung des angemessenen Zeitraums der Ertragsvereinnahmung sind ermessensbehaftet.

Sofern die im Rahmen der im November 2014 vereinbarten strategischen Allianz mit Pfizer Inc., USA, erhaltenen und passivisch abgegrenzten Gegenleistungen über einen um ein Jahr verkürzten Zeitraum ertragswirksam vereinnahmt worden wären, hätte dies im Geschäftsjahr 2017 zu einer Erhöhung der sonstigen betrieblichen Erträge und damit des Ergebnisses vor Steuern um 96 Mio. € geführt (Vorjahr: 64 Mio. €). Eine um ein Jahr verlängerte Vereinnahmung hätte zu einer Verminderung der sonstigen betrieblichen Erträge und des Ergebnisses vor Steuern in Höhe von 48 Mio. € (Vorjahr: 38 Mio. €) geführt.

Identifikation eines Wertminderungs- und Wertaufholungsbedarfs nicht finanzieller Vermögenswerte

Ermessensentscheidungen sind bei der Identifikation objektiver Hinweise für Wertminderungen sowie bei der Identifikation eines Wertaufholungsbedarfs von sonstigen immateriellen Vermögenswerten sowie von Sachanlagen erforderlich. Die Buchwerte dieser Vermögenswerte beliefen sich zum 31. Dezember 2017 auf 12.829 Mio. € (31. Dezember 2016: 14.211 Mio. €1). Bei der Identifikation von Anhaltspunkten für Wertminderungen und Wertaufholungen fließen externe und interne Informationen ein. So kann beispielsweise die Zulassung eines Konkurrenzprodukts im Unternehmensbereich Healthcare oder die Schließung eines Standorts ein Indikator für das Vorliegen einer Wertminderung sein.

Im Jahr 2017 wurde eine Wertaufholung der biopharmazeutischen Produktionsanlage in Corsier-sur-Vevey, Schweiz, in Höhe von 69 Mio. € auf den fortgeführten Restbuchwert vorgenommen. Diese wurde innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge erfasst und dem Unternehmensbereich Healthcare zugeordnet. Ursächlich für die Wertaufholung waren verbesserte Erwartungen hinsichtlich der Kapazitätsauslastung der Produktionsanlage, insbesondere aufgrund der jüngsten Zulassungen des immunonkologischen Produkts Bavencio®, das auf der Anlage produziert wird. Die Anlage wurde ursprünglich im Geschäftsjahr 2011 um 165 Mio. € wertgemindert.

Zudem wurde der immaterielle Vermögenswert im Zusammenhang mit dem Co-Kommerzialisierungsrecht von Xalkori® (Crizotinib), einem Medikament zur Behandlung von ALK-positiven Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom, aufgrund erneut verschlechterten Entwicklungen im Marktumfeld einem Wertminderungstest unterzogen. Dieser Test führte zu einer Wertminderung des immateriellen Vermögenswerts in Höhe von 33 Mio. € (Vorjahr: 71 Mio. €), die innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst wurde. Im Rahmen des Wertminderungstests wurde der erzielbare Betrag unter Verwendung eines Diskontierungsfaktors vor Steuern in Höhe von 7,5 % ermittelt. Dieser beinhaltete einen vermögenswertspezifischen Risikozuschlag.

Wertminderungen von finanziellen Vermögenswerten

Merck überprüft an jedem Abschlussstichtag, inwieweit objektive Hinweise auf eingetretene Wertminderungen von finanziellen Vermögenswerten vorliegen, und nimmt bei Bedarf Wertminderungen in dem für erforderlich gehaltenen Umfang vor. Besonders bedeutsam sind in diesem Zusammenhang Wertberichtigungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, deren Buchwert sich zum 31. Dezember 2017 auf 2.923 Mio. € (31. Dezember 2016: 2.889 Mio. €) belief.

Maßgebliche Indikatoren im Rahmen der Identifikation wertgeminderter Forderungen und der daran anschließenden Werthaltigkeitsprüfung sind insbesondere Ausfall oder Verzug von Zins- oder Tilgungszahlungen, nachteilige Veränderungen volkswirtschaftlicher Rahmenbedingungen und erhebliche finanzielle Schwierigkeiten eines Schuldners. Diese Einschätzungen sind ermessensbehaftet.

Sonstige Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten

Merck ist als global agierendes Unternehmen für Hochtechnologie-Produkte einer Vielzahl von Risiken aus Rechtsstreitigkeiten ausgesetzt. Dazu gehören insbesondere Risiken aus den Bereichen Produkthaftung, Wettbewerbs- und Kartellrecht, Pharmarecht, Patentrecht, Steuerrecht und Umweltschutz. Merck ist Partei in gerichtlichen Verfahren und behördlichen Ermittlungen, deren Ausgang ungewiss ist. Eine Beschreibung der bedeutendsten zum Bilanzstichtag bestehenden Rechtsfälle findet sich in den Anmerkungen (27) „Sonstige Rückstellungen‟ und (40) „Eventualverbindlichkeiten‟. Die in diesem Zusammenhang gebildeten Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten betreffen überwiegend die Unternehmensbereiche Healthcare sowie Performance Materials und beliefen sich zum Abschlussstichtag auf 526 Mio. € (31. Dezember 2016: 483 Mio. €).

Merck greift bei der Beurteilung einer Ansatzpflicht von Rückstellungen und bei der Quantifizierung drohender Ressourcenabflüsse auf Erkenntnisse der Rechtsabteilung sowie mandatierter Rechtsanwälte zurück. Ungeachtet dessen sind sowohl die Beurteilung der Existenz einer gegenwärtigen Verpflichtung als auch die Einschätzung der Wahrscheinlichkeit eines zukünftigen Ressourcenabflusses in hohem Maße unsicherheitsbehaftet. In gleichem Maße ist auch die Rückstellungsbewertung als wesentliche Quelle von Schätzungsunsicherheit anzusehen.

Merck ist in gewissem Umfang Verpflichtungen zur Durchführung von Umweltschutzmaßnahmen ausgesetzt und wies zum 31. Dezember 2017 Rückstellungen für Umweltschutzmaßnahmen in Höhe von 137 Mio. € aus (31. Dezember 2016: 142 Mio. €). Die zugrunde liegenden Verpflichtungen bestanden überwiegend in Deutschland und Lateinamerika. Rückstellungen wurden im Wesentlichen für Verpflichtungen aus Bodensanierungen und Grundwasserschutz im Zusammenhang mit dem aufgegebenen Pflanzenschutzgeschäft gebildet.

Die Ermittlung des Barwerts des künftigen Erfüllungsbetrags erfordert unter anderem Einschätzungen bezüglich des zukünftigen Erfüllungszeitpunkts, des tatsächlichen Ausmaßes erkannter Kontaminationen, der anzuwendenden Sanierungsmethoden, der damit verbundenen zukünftigen Kosten sowie des Diskontierungsfaktors. Die Bewertung erfolgt regelmäßig unter Hinzuziehung von unabhängigen Sachverständigengutachten. Die Bestimmung des zukünftigen Erfüllungsbetrags der Rückstellungen für Umweltschutzmaßnahmen ist in erheblichem Umfang unsicherheitsbehaftet.

Merck ist im Fall der Einstellung von klinischen Entwicklungsprojekten regelmäßig verpflichtet, für einen gewissen Zeitraum in der Zukunft für unvermeidbare Nachlaufkosten aufzukommen. Die Bewertung dieser Rückstellungen erfordert Schätzungen hinsichtlich des zeitlichen Umfangs und der Höhe der nachlaufenden Kosten.

Neben Rückstellungen unterliegen auch Eventualverbindlichkeiten Schätzungsunsicherheiten und Ermessensspielräumen. So bestehen bei Eventualverbindlichkeiten aus laufenden Rechts- und Steuerstreitigkeiten die gleichen Schätzungsunsicherheiten und Ermessensspielräume wie bei den Rückstellungen aus Rechtsstreitigkeiten. Daher sind Existenz und Höhe des nicht unwahrscheinlichen Ressourcenabflusses genauso mit Schätzungsunsicherheiten behaftet wie der Entstehungszeitpunkt einer möglichen Verpflichtung.

Anteilsbasierte Vergütungsprogramme

Die Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer beinhalteten unter anderem Verpflichtungen aus langfristigen variablen Vergütungsprogrammen. Hierbei handelt es sich um anteilsbasierte Vergütungsprogramme mit Barausgleich, deren Auszahlungshöhe an die Berechtigten vor allem von langfristigen Unternehmenserfolgskennzahlen sowie der Aktienkursentwicklung abhängt. Den stärksten Einfluss hat hierbei die Veränderung der Merck-Aktien im Verhältnis zu der Veränderung des DAX®. Einzelheiten hierzu finden sich in den Anmerkungen (27) „Sonstige Rückstellungen‟ sowie (69) „Anteilsbasierte Vergütungsprogramme‟. Der in der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2017 erfasste langfristige Rückstellungsbetrag, der die Tranchen 2016 und 2017 aus den langfristigen variablen Vergütungsprogrammen umfasst, betrug 22 Mio. €. In der nachfolgenden Übersicht wird dargestellt, in welcher Höhe die langfristigen Rückstellungen durch Veränderungen des DAX® (Erhöhung oder Verminderung um jeweils 10 %) beziehungsweise des Schlusskurses der Merck-Aktie zum 31. Dezember 2017 (Erhöhung oder Verminderung um jeweils 10 %) beeinflusst worden wären. Die genannten Beträge hätten zu einer korrespondierenden Verringerung beziehungsweise Erhöhung des Ergebnisses vor Steuern geführt.

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in Mio. € Erhöhung (+) /Verminderung (–)der Rückstellung
Veränderung des Merck-Aktienkurses 10 % 15
– 10 % – 2
Veränderung des DAX®-Kursniveaus 10 %
– 10 % 16

Zur Ermittlung der Sensitivitäten wurde grundsätzlich der jeweils betrachtete Parameter bei ansonsten konstant gehaltenen Bewertungsannahmen variiert. Die in den kurzfristigen Rückstellungen ausgewiesene Tranche 2015 wird zwischen dem 31. Dezember 2017 und dem Auszahlungszeitpunkt keine Wertschwankungen mehr aufweisen und wurde daher nicht in die Sensitivitätsanalyse einbezogen.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Merck unterhält mehrere leistungsorientierte Pensionspläne, insbesondere in Deutschland, der Schweiz und Großbritannien. Der in der Konzernbilanz erfasste Wert für Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen belief sich zum Abschlussstichtag auf 2.257 Mio. € (31. Dezember 2016: 2.313 Mio. €), der Barwert der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen betrug zum 31. Dezember 2017 4.707 Mio. € (31. Dezember 2016: 4.698 Mio. €). Im Rahmen der Ermittlung des Verpflichtungsbarwerts aus diesen leistungsorientierten Pensionsplänen sind im Wesentlichen Ermessensentscheidungen bei der Methodenwahl zur Bestimmung des Abzinsungssatzes sowie Schätzungen künftiger Gehaltssteigerungen und künftiger Rentensteigerungen erforderlich. Die bei der Berechnung der Leistungsverpflichtung zugrunde gelegten versicherungsmathematischen Annahmen, zum Beispiel für die Abzinsungssätze, die Gehaltssteigerungsraten und den Rententrend, werden pro Land in Abhängigkeit von den ökonomischen Gegebenheiten festgelegt; es kommen die jeweils aktuellen landesspezifischen Sterbetafeln zur Anwendung. Die jeweiligen Diskontierungssätze werden grundsätzlich auf Basis der Renditen hochwertiger, laufzeit- und währungsadäquater Unternehmensanleihen festgelegt. Für Verpflichtungen in Euro wurden Anleihen, die von einer der drei Ratingagenturen Standard & Poor’s, Moody’s oder Fitch mit einem Rating von mindestens „AA‟ bewertet wurden, und ein durationsadäquater Euro-Swapsatz als Datenbasis herangezogen.

In der folgenden Übersicht wird dargestellt, in welcher Weise der Barwert aller definierten Leistungsverpflichtungen durch Veränderungen bei den maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen beeinflusst worden wäre.

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in Mio. € 31.12. 2017 31.12. 2016
Erhöhung (+) / Verminderung (–) des Barwerts aller definierten Leistungsverpflichtungen, falls
der Abzinsungssatz 50 Basispunkte höher wäre – 438 – 441
der Abzinsungssatz 50 Basispunkte niedriger wäre 508 518
die künftige Gehaltssteigerung 50 Basispunkte höher wäre 155 160
die künftige Gehaltssteigerung 50 Basispunkte niedriger wäre – 133 – 138
die künftige Rentensteigerung 50 Basispunkte höher wäre 256 280
die künftige Rentensteigerung 50 Basispunkte niedriger wäre – 198 – 209

Zur Ermittlung der Sensitivitäten wurde grundsätzlich der jeweils betrachtete Parameter bei ansonsten konstant gehaltenen Bewertungsannahmen variiert. Sozialversicherungsgrößen wurden zusammen mit dem Gehaltstrend variiert. Weitere Informationen zu den bestehenden Pensionsverpflichtungen sind in Anmerkung (26) „Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen‟ und im Abschnitt „Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze‟ in Anmerkung (67) „Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen‟ offengelegt.

Ertragsteuern

Die Ermittlung der bilanziell angesetzten Vermögenswerte und Schulden aus laufenden und latenten Ertragsteuern erfordert umfangreiche Ermessensausübungen, Annahmen und Schätzungen. Die Ertragsteuerverbindlichkeiten beliefen sich zum 31. Dezember 2017 auf 1.059 Mio. € (31. Dezember 2016: 883 Mio. €). Die Buchwerte der latenten Steueransprüche betrugen zum Abschlussstichtag 1.106 Mio. € (31. Dezember 2016: 1.013 Mio. €); die Buchwerte der latenten Steuerschulden beliefen sich zum 31. Dezember 2017 auf 1.489 Mio. € (31. Dezember 2016: 2.724 Mio. €1).

Die angesetzten Ertragsteuerverbindlichkeiten und -rückstellungen basieren zum Teil auf Einschätzungen und Auslegungen von Steuergesetzen und -verordnungen in unterschiedlichen Jurisdiktionen.

In Bezug auf latente Steuerpositionen bestehen Unsicherheitsgrade hinsichtlich des Zeitpunkts, zu dem ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld erfüllt wird, und über die Höhe des zu diesem Zeitpunkt gültigen Steuersatzes. Dies betrifft in besonderem Maße passive latente Steuern, die im Rahmen der Akquisitionen der Sigma-Aldrich Corporation, der Millipore Corporation, der Serono SA sowie der AZ Electronic Materials S. A. angesetzt wurden. Der Ansatz aktiver latenter Steuern auf Verlustvorträge erfordert eine Einschätzung der Wahrscheinlichkeit der zukünftigen Verwertbarkeit von Verlustvorträgen. Einflussfaktoren, die im Rahmen dieser Einschätzung Berücksichtigung finden, sind die Ergebnishistorie, die Ergebnisplanung sowie die existierende Steuerplanung des jeweiligen Konzernunternehmens.

Hinsichtlich der im Zusammenhang mit der bilanziellen Abbildung der US-Steuerreform vorgenommenen Ermessensentscheidungen wird auf Anmerkung (14) „Ertragsteuern‟ verwiesen.

1 Vorjahreszahl wurde angepasst, siehe Anmerkung (4) „Akquisitionen und Desinvestitionen‟.

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte, Veräußerungsgruppen und aufgegebene Geschäftsbereiche

Die Einschätzung, ab wann ein langfristiger Vermögenswert, eine Veräußerungsgruppe oder ein aufgegebener Geschäftsbereich die Voraussetzungen des IFRS 5 für eine Klassifizierung als zur Veräußerung gehalten erfüllt, ist in hohem Maße ermessensbehaftet. Selbst im Fall einer vorliegenden Managemententscheidung zur Prüfung einer Veräußerung ist eine unsicherheitsbehaftete Einschätzung zu treffen, inwieweit eine entsprechende Veräußerung innerhalb eines Jahres höchstwahrscheinlich stattfinden wird oder nicht.

Am 5. September 2017 hat Merck bekanntgegeben, dass strategische Optionen für das Consumer-Health-Geschäft vorbereitet werden. Potenzielle Interessenten wurden angesprochen und im November 2017 wurden ihnen Informationen zum bisherigen Consumer-Health-Geschäft zugänglich gemacht. Sie waren aufgefordert, nicht bindende Angebote im Verlauf des Dezembers 2017 abzugeben, deren Analyse am 31. Dezember 2017 andauerte. Unter Berücksichtigung dieser Angebote wird durch die Geschäftsleitung abgewogen, welche strategischen Optionen weiterverfolgt werden sollen. Falls eine Veräußerung angestrebt werden würde, wäre zudem die Ausgestaltung des potenziell zu veräußernden Geschäfts konkret zu bestimmen. Diese Abwägung der strategischen Optionen ist zum Aufstellungszeitpunkt noch nicht abgeschlossen.

Wesentliche Informationen wurden im Geschäftsjahr 2018 potenziellen Interessenten, unter anderem mittels eines Datenraums, zugänglich gemacht.

Erst auf Basis dieser Informationen werden die Interessenten in der Lage sein, verbindliche Angebote abzugeben, die von Merck in Bezug auf seine Preisvorstellungen gewürdigt werden können. Erst im Fall sich daran anschließender Verhandlungen mit potenziellen Interessenten wird der Gegenstand der Transaktion genauer definiert werden können, sodass bis zum Abschluss dieser Verhandlungen wesentliche Änderungen nicht unwahrscheinlich sind.

Vor diesem Hintergrund kam die Geschäftsleitung zum 31. Dezember 2017 zu der Einschätzung, dass eine Veräußerung des Consumer-Health-Geschäfts innerhalb von zwölf Monaten nicht als höchstwahrscheinlich anzusehen ist.

Der Buchwert der Vermögenswerte des Consumer-Health-Geschäfts zum 31. Dezember 2017 betrug 647 Mio. €. Die entsprechenden Verbindlichkeiten beliefen sich zum 31. Dezember 2017 auf 192 Mio. €.

Das Consumer-Health-Geschäft erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2017 Umsatzerlöse in Höhe von 911 Mio. € sowie ein Ergebnis nach Steuern in Höhe von 99 Mio. € (berechnet auf Basis des operativen Ergebnisses (EBIT) sowie den Ertragsteuersätzen der einzelnen Jurisdiktionen).

Weitere Ermessensentscheidungen, Annahmen und Quellen von Schätzungsunsicherheiten

Weitere Ermessensentscheidungen, Annahmen und Schätzungen wurden durch Merck in den folgenden Bereichen vorgenommen:

  • bilanzielle Absicherung von Zahlungsströmen aus erwarteten und mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden künftigen Transaktionen,
  • Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von als zur Veräußerung verfügbar kategorisierten Finanzinstrumenten sowie von derivativen Finanzinstrumenten,
  • Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der als Planvermögen angesetzten Vermögenswerte.