Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

(7) Umsatzerlöse

Umsatzerlöse wurden im Wesentlichen aus Warenverkäufen erzielt. Sie enthielten in geringem Umfang auch Erlöse aus erbrachten Dienstleistungen, Provisionserlöse sowie Ergebnisbeteiligungen aus Kollaborationen. Die Umsatzerlöse des Merck-Konzerns betrugen im Berichtsjahr 15.327 Mio. € (Vorjahr: 15.024 Mio. €) und erhöhten sich damit um 2,0 % gegenüber dem Vorjahr. Die Aufteilung der Umsatzerlöse ist in der Segmentberichterstattung in Anmerkung (32) „Informationen nach Unternehmensbereichen / Ländern und Regionen‟ dargestellt.

(8) Herstellungskosten

Die Herstellungskosten umfassten im Wesentlichen die Kosten der abgesetzten Erzeugnisse sowie die Einstandskosten der verkauften Handelswaren. Sie beinhalteten neben den direkt zurechenbaren Kosten wie zum Beispiel Material-, Personal- und Energiekosten sowie Abschreibungen auch dem Produktionsprozess zuzurechnende Gemeinkosten und erforderliche Abwertungen auf Vorräte. Aus Anlass des 350-jährigen Firmenjubiläums im Jahr 2018 wurde den Mitarbeitern von Merck im Jahr 2017 die Zusage einer Einmalvergütung gemacht, die zu einem Aufwand in Höhe von 13 Mio. € innerhalb der Herstellungskosten führte.

(9) Marketing- und Vertriebskosten

Die Marketing- und Vertriebskosten setzten sich wie folgt zusammen.

22.5 KB EXCEL

in Mio. € 2017 2016
Außendienst – 1.033 – 1.063
Innendienst – 852 – 903
Werbemaßnahmen – 630 – 598
Logistik – 680 – 614
Abschreibungen immaterieller Vermögenswerte1 – 1.017 – 1.032
Lizenz- und Provisionsaufwendungen – 227 – 177
Sonstige Marketing- und Vertriebskosten – 263 – 140
Marketing- und Vertriebskosten – 4.702 – 4.526
1
Ohne Abschreibungen auf selbsterstellte oder einzeln erworbene Software.

Die Abschreibungen immaterieller Vermögenswerte entfielen im Wesentlichen auf Kundenbeziehungen, Marktzulassungen, Lizenzen und ähnliche Rechte, Markennamen und Warenzeichen, welche dem Marketing- und Vertriebsbereich funktional zuzuordnen waren.

Von den Lizenz- und Provisionsaufwendungen entfielen 90 Mio. € (Vorjahr: 97 Mio. €) auf die Vermarktung von Erbitux® außerhalb der USA und Kanadas und 44 Mio. € auf Lizenzaufwendungen im Zusammenhang mit der geänderten Vertriebsstruktur für Glucophage® in China mit dem Vertriebspartner Bristol-Myers Squibb (siehe Anmerkung (5) „Kollaborationen von wesentlicher Bedeutung‟).

(10) Forschungs- und Entwicklungskosten

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung betrugen im Berichtsjahr 2.140 Mio. € (Vorjahr: 1.976 Mio. €).

Mit den Forschungskosten wurden Erstattungen für Forschung und Entwicklung in Höhe von 29 Mio. € (Vorjahr: 84 Mio. €) verrechnet; darin enthalten waren staatliche Zuschüsse in Höhe von 6 Mio. € (Vorjahr: 3 Mio. €). Die Erstattungen waren wie im Vorjahr im Wesentlichen auf die strategische Allianz mit Pfizer Inc., USA, im Bereich der Immunonkologie zurückzuführen.

Die Aufteilung der Forschungs- und Entwicklungskosten nach Regionen ist im Segmentbericht (siehe Anmerkung (32) „Informationen nach Unternehmensbereichen / Ländern und Regionen‟) dargestellt.

(11) Sonstige betriebliche Erträge

Die Aufteilung der sonstigen betrieblichen Erträge stellte sich wie folgt dar.

22 KB EXCEL

in Mio. € 2017 2016
Erträge aus Meilensteinzahlungen und Rechten sowie Lizenzerträge 568 317
Gewinne aus dem Abgang von Geschäften und langfristigen Vermögenswerten 352 483
Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen 97 59
Wertaufholungen von langfristigen Vermögenswerten 87 1
Erträge aus nicht betriebstypischen Leistungen 12 18
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten 10 23
Übrige betriebliche Erträge 101 95
Sonstige betriebliche Erträge 1.227 996

Erträge aus Meilensteinzahlungen und Rechten sowie Lizenzerträge in Höhe von insgesamt 568 Mio. € (Vorjahr: 317 Mio. €) resultierten vor allem aus der im Jahr 2014 getroffenen Kollaborationsvereinbarung im Bereich der Immunonkologie mit Pfizer Inc., USA. Hierbei handelte es sich um erhaltene Meilensteinzahlungen in Höhe von 124 Mio. € aufgrund von Marktzulassungen von Bavencio® im Jahr 2017 sowie in Höhe von 191 Mio. € (Vorjahr: 191 Mio. €) um die zeitanteilige Realisierung der abgegrenzten Erlöse aus der Einstandszahlung sowie aus dem Gegenwert des Rechts zur gemeinsamen Vermarktung von Xalkori® (siehe Anmerkung (5) „Kollaborationen von wesentlicher Bedeutung‟). Lizenzerträge entstanden im Wesentlichen aufgrund einer Vereinbarung über eine Einmalzahlung in Höhe von 116 Mio. € zur Abgeltung zukünftig fälliger Lizenzzahlungen sowie aufgrund einer Lizenz für Interferon-Beta-Produkte (Biogen Inc., USA) in Höhe von 87 Mio. €.

Die Gewinne aus dem Abgang von Geschäften und langfristigen Vermögenswerten in Höhe von 352 Mio. € (Vorjahr: 483 Mio. €) waren im Berichtsjahr mit 319 Mio. € im Wesentlichen auf die Veräußerung der Biosimilars-Geschäftsaktivitäten zurückzuführen. Die Vorjahresgewinne entfielen mit 330 Mio. € auf die Veräußerung der Rechte an Kuvan®, mit 50 Mio. € auf die Entkonsolidierung der venezolanischen Tochtergesellschaften sowie auf die Veräußerung von sonstigen Beteiligungen.

Die Auflösungen von Wertberichtigungen auf Forderungen in Höhe von 97 Mio. € (Vorjahr: 59 Mio. €) beinhalteten in Höhe von 20 Mio. € Forderungen gegen Mylan Inc., USA, die im Zusammenhang mit dem im Jahr 2007 erfolgten Verkauf des Generika-Geschäfts standen. Weiterhin wurden im Geschäftsjahr 2017 aufgrund der verbesserten Zahlungsfähigkeit insbesondere bei Kunden im Nahen Osten Auflösungen von Wertberichtigungen auf Forderungen vorgenommen.

Die Wertaufholungen von langfristigen Vermögenswerten in Höhe von 87 Mio. € (Vorjahr: 1 Mio. €) entfielen in Höhe von 69 Mio. € auf die biopharmazeutische Produktionsanlage in Corsier-sur-Vevey, Schweiz, da sich die Einschätzung der Kapazitätsauslastung insbesondere aufgrund der Marktzulassungen von Bavencio® verbesserte, sowie in Höhe von 17 Mio. € auf den immateriellen Vermögenswert für Cladribin aufgrund der Marktzulassungen von Mavenclad®.

Die übrigen betrieblichen Erträge enthielten unter anderem Gewinne in Höhe von 47 Mio. € (Vorjahr: 0 Mio. €) aus der erfolgswirksamen Realisierung von zuvor direkt im Eigenkapital berücksichtigten Währungsumrechnungsdifferenzen aufgrund von Kapitalherabsetzungen in Tochtergesellschaften.

(12) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die Aufteilung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen stellte sich wie folgt dar.

23.5 KB EXCEL

in Mio. € 2017 2016
Integrationskosten/IT-Kosten – 160 – 193
Rechtsstreitigkeiten – 108 – 104
Wertminderungen – 86 – 134
Restrukturierungskosten – 77 – 22
Nicht einkommensabhängige Steuern – 55 – 68
Prämien, Gebühren und Beiträge – 41 – 65
Mitarbeiterbonus anlässlich des 350-jährigen Firmenjubiläums – 40
Wertberichtigungen auf Forderungen – 39 – 52
Aufwendungen aus Ergebnisbeteiligungsvereinbarungen – 27 – 39
Verluste aus dem Abgang von Geschäften und langfristigen Vermögenswerten – 25 – 22
Kosten der Prüfung strategischer Optionen für das Consumer-Health-Geschäft – 24
Aufwendungen für nicht betriebstypische Leistungen – 14 – 15
Projektkosten – 7 – 11
Akquisitionskosten – 6 – 7
Währungskursdifferenzen aus operativem Geschäft (Saldo) – 3 – 57
Übrige betriebliche Aufwendungen – 225 – 192
Sonstige betriebliche Aufwendungen – 937 – 981

Die Integrations- und IT-Kosten in Höhe von 160 Mio. € (Vorjahr: 193 Mio. €) fielen für die globale Harmonisierung der IT-Landschaft sowie für die Zusammenführung von akquirierten und bestehenden Geschäften, im Vorjahr vor allem im Rahmen der Sigma-Aldrich-Integration, an.

Die Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten in Höhe von 108 Mio. € (Vorjahr: 104 Mio. €) entstanden vor allem im Zusammenhang mit dem wettbewerbsrechtlichen Prüfungsverfahren der Übernahme von Sigma-Aldrich (siehe Anmerkung (50) „Ereignisse nach dem Bilanzstichtag‟).

Die Restrukturierungskosten in Höhe von 77 Mio. € (Vorjahr: 22 Mio. €) entstanden insbesondere im Rahmen der geplanten Schließung von deutschen Standorten im Unternehmensbereich Life Science sowie der Verlagerung der Shared-Service-Organisation und betrafen vor allem Personalmaßnahmen. Weiterhin fielen Restrukturierungskosten im Zusammenhang mit der Reorganisation von Geschäften im Unternehmensbereich Healthcare an. Im Vorjahr waren die Restrukturierungskosten vor allem für das Transformations- und Wachstumsprogramm „Fit für 2018‟ angefallen und betrafen ebenfalls überwiegend Personalmaßnahmen.

Aus Anlass des 350-jährigen Firmenjubiläums im Jahr 2018 wurde den Mitarbeitern von Merck im Jahr 2017 die Zusage einer Einmalvergütung gemacht, die zu einem Aufwand in Höhe von 40 Mio. € innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen führte.

Darüber hinaus waren in den übrigen betrieblichen Aufwendungen unter anderem Umweltschutzkosten und den Funktionsbereichen nicht zuordenbare Personalaufwendungen ausgewiesen.

Die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthaltenen Restrukturierungskosten und Wertminderungen sowie die Personalaufwendungen für die Einmalvergütung im Rahmen des 350-jährigen Firmenjubiläums waren wie folgt den Funktionskosten zuzuordnen:

22.5 KB EXCEL

 
in Mio. € 2017 2016
Restrukturierungskosten – 77 – 22
Davon: Marketing- und Vertriebskosten – 30 – 3
Davon: Verwaltungskosten – 43 – 19
Davon: Forschungs- und Entwicklungskosten
Davon: Sonstiger betrieblicher Aufwand – 3
     
Wertminderungen – 86 – 134
Davon: Herstellungskosten – 6 – 19
Davon: Marketing- und Vertriebskosten – 33 – 93
Davon: Verwaltungskosten – 2
Davon: Forschungs- und Entwicklungskosten – 33 – 14
Davon: Sonstiger betrieblicher Aufwand – 14 – 5
     
Mitarbeiterbonus anlässlich des 350-jährigen Firmenjubiläums – 40
Davon: Marketing- und Vertriebskosten – 12
Davon: Verwaltungskosten – 22
Davon: Forschungs- und Entwicklungskosten – 5
Davon: Sonstiger betrieblicher Aufwand – 1

(13) Finanzergebnis

22.5 KB EXCEL

 
in Mio. € 2017 2016
Zins- und ähnliche Erträge 26 20
Zinsaufwendungen und ähnliche Aufwendungen – 283 – 277
Zinsaufwendungen aus Zinsderivaten – 13 – 13
Zinsergebnis – 271 – 270
 
Zinsanteil der Zuführung zu Pensionsrückstellungen und anderen langfristigen Rückstellungen – 52 – 52
Währungsdifferenzen aus Finanzierungstätigkeit 22 – 4
Finanzergebnis – 300 – 326

In der Position Währungsdifferenzen aus Finanzierungstätigkeit waren im Wesentlichen Ergebnisse aus der Sicherung von konzerninternen Transaktionen in Fremdwährung enthalten.

(14) Ertragsteuern

21.5 KB EXCEL

in Mio. € 2017 2016
Laufende Ertragsteuern der Periode – 780 – 671
Periodenfremde Ertragsteuern – 12 – 19
Latente Steuern der Periode 1.179 168
Ertragsteuern 386 – 521

Auswirkungen der US-Steuerreform

Am 22. Dezember 2017 wurden in den Vereinigten Staaten von Amerika weitreichende Änderungen der Steuergesetzgebung durch die US-Steuerreform „Tax Cuts and Jobs Act‟ beschlossen. Die aus der US-Steuerreform resultierenden Änderungen sind sehr komplex und umfangreich und beziehen sich sowohl auf die laufenden Steuern als auch auf die Bewertung der latenten Steuern im Geschäftsjahr 2017. Sie wurden von Merck analysiert und hatten die folgenden wesentlichen Auswirkungen:

  • Aus der Neubewertung der latenten Steuern aus Bewertungsunterschieden von Vermögenswerten und Schulden mit dem geänderten Körperschaftsteuersatz (Federal Tax Rate) von 35 % auf 21 % ergab sich ein latenter Steuerertrag in Höhe von 619 Mio. €. Dieser resultierte insbesondere aus den Bewertungsunterschieden auf immaterielle Vermögenswerte, die im Wesentlichen im Zusammenhang mit der Akquisition der Sigma-Aldrich Corporation, USA, im Geschäftsjahr 2015 in den USA angesetzt wurden.
  • Aus der Auflösung von latenten Steuerschulden auf Outside Basis Differences für geplante Dividendenausschüttungen ergab sich ein latenter Steuerertrag in Höhe von 401 Mio. €.
  • Die Neuregelung zur Besteuerung von Gewinnen ausländischer Tochtergesellschaften führte zu einer Nachversteuerung vergangener noch nicht besteuerter Gewinne und erhöhte den laufenden Steueraufwand um 114 Mio. € (siehe Anmerkung (29) „Übrige Verbindlichkeiten‟).

Steuerliche Überleitungsrechnung

In der nachstehenden Tabelle wird von dem theoretischen Ertragsteueraufwand auf die Ertragsteuern gemäß Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung übergeleitet. Der theoretische Ertragsteueraufwand ergab sich aus der Anwendung des Steuersatzes einer Kapitalgesellschaft mit Sitz in Darmstadt. Aus der Erhöhung des Gewerbesteuerhebesatzes der Stadt Darmstadt auf 454 % im Jahr 2017 (Vorjahr: 425 %) ergab sich eine Erhöhung des Steuersatzes um einen Prozentpunkt auf 31,7 % (Vorjahr: 30,7 %).

24.5 KB EXCEL

in Mio. € 2017 2016
Ergebnis vor Ertragsteuern 2.224 2.154
 
Steuersatz Kapitalgesellschaft 31,7 % 30,7 %
Theoretischer Ertragsteueraufwand – 705 – 661
Steuersatzdifferenzen 248 235
Steuereffekte von Gesellschaften mit negativem Konzernbeitrag – 72 – 38
Periodenfremde Ertragsteuern – 12 – 19
Steueranrechnungen 196 4
Steuereffekte auf Verlustvorträge 1 1
Steuereffekte durch nicht abzugsfähige Aufwendungen / steuerfreie Erträge / sonstige Steuereffekte 730 – 43
Davon: Aus der US-Steuerreform (latente Steuern aus Bewertungsunterschieden) 619
Davon: Aus der US-Steuerreform (latente Steuerschulden aus Outside Basis Differences) 401
Davon: Aus der US-Steuerreform (einmalige Nachversteuerung von ausländischen Gewinnen) – 114
 
Ertragsteuern gemäß Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 386 – 521
 
Steuerquote gemäß Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung – 17,3 % 24,2 %

Die Ertragsteuern beinhalteten die Körperschaft- und Gewerbesteuer der inländischen Gesellschaften sowie vergleichbare Ertragsteuern ausländischer Gesellschaften.

Die höheren Steueranrechnungen entstanden im Wesentlichen in den USA aufgrund der Berücksichtigung von Dividendenerträgen. Diese Dividendenerträge waren jedoch zugleich in den USA steuerpflichtig und der Steueraufwand von 227 Mio. € wurde in der Position „Steuereffekt durch nicht abzugsfähige Aufwendungen / steuerfreie Erträge / sonstige Steuereffekte“ gezeigt. Auch die oben beschriebenen Effekte aus der US-Steuerreform auf die latenten Steuern sind dieser Position zugeordnet.

Die effektive Konzernsteuerquote belief sich bereinigt um die Effekte aus der US-Steuerreform im unteren Bereich der erwarteten Bandbreite von 23 %– 25 %.

Latente Steuern gemäß Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Die Überleitung der latenten Steuern in der Konzernbilanz einerseits und der latenten Steuern in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung andererseits stellte sich wie folgt dar.

23 KB EXCEL

in Mio. € 2017 20161
Veränderung aktiver latenter Steuern gemäß Konzernbilanz 93 – 37
Veränderung passiver latenter Steuern gemäß Konzernbilanz 1.235 202
Veränderung erfolgsneutral gebildeter aktiver / passiver latenter Steuern 15 – 85
Konsolidierungskreisänderungen / Wechselkursänderungen / sonstige Veränderungen – 164 88
Latente Steuern gemäß Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 1.179 168
1
Vorjahreszahlen wurden angepasst, siehe Anmerkung (4) „Akquisitionen und Desinvestitionen‟.

Latente Steuern für erfolgsneutral erfasste Neubewertungen der Nettoverpflichtung aus leistungsorientierten Pensionszusagen und anderen Leistungszusagen führten zu einem eigenkapitalerhöhenden Effekt in Höhe von 2 Mio. € (Vorjahr: eigenkapitalerhöhenden Effekt von 79 Mio. €). Erfolgsneutrale Veränderungen beizulegender Zeitwerte von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten sowie von zu Sicherungszwecken eingesetzten Derivaten hatten einen eigenkapitalreduzierenden Effekt aus latenten Steuern in Höhe von 32 Mio. € (Vorjahr: eigenkapitalerhöhenden Effekt von 11 Mio. €). Die genannten Eigenkapitaleffekte sind in der Gesamtergebnisrechnung enthalten.

Die Position Konsolidierungskreisänderungen / Wechselkursänderungen / sonstige Veränderungen beinhaltet im Wesentlichen Wechselkurseffekte in Höhe von – 196 Mio. € (Vorjahr: 9 Mio. €), die vor allem aus den Kursänderungen zwischen Euro und US-Dollar resultieren.

Entwicklung der Verlustvorträge

Die Verlustvorträge gliederten sich wie nachstehend aufgeführt.

25 KB EXCEL

31.12.2017 31.12.2016
in Mio. € Deutschland Ausland Gesamt Deutschland Ausland Gesamt
Verlustvorträge 117 1.054 1.171 88 959 1.047
Bestand an Verlustvorträgen, für die aktive latente Steuern gebildet wurden 56 160 216 13 322 335
Bestand an Verlustvorträgen, für die keine aktiven latenten Steuern gebildet wurden 61 894 955 75 637 712
Potenzielle aktive latente Steuern auf Verlustvorträge 19 269 288 13 230 243
Angesetzte aktive latente Steuern auf Verlustvorträge 7 25 32 2 74 76
Nicht angesetzte aktive latente Steuern auf Verlustvorträge 12 244 256 11 156 167

Der überwiegende Teil der Verlustvorträge war entweder zeitlich unbegrenzt oder bis zu 20 Jahre nutzbar. Durch die Nutzung von in Vorjahren nicht angesetzten steuerlichen Verlustvorträgen ergab sich im Jahr 2017 eine Verminderung der Ertragsteuerbelastung in Höhe von 1 Mio. € (Vorjahr: 1 Mio. €).

Latente Steuern gemäß Konzernbilanz

Die latenten Steueransprüche und Steuerschulden entfielen auf folgende Bilanzposten.

26.5 KB EXCEL

31.12.2017 31.12.20161
in Mio. € Aktiva Passiva Aktiva Passiva
Immaterielle Vermögenswerte 111 1.555 71 2.727
Sachanlagen 23 98 25 114
Kurz- und langfristige finanzielle Vermögenswerte 5 41 4 11
Vorräte 554 14 589 14
Kurz- und langfristige Forderungen / sonstige Vermögenswerte 21 2 27 2
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 485 92 460 85
Kurz- und langfristige sonstige Rückstellungen 190 35 355 41
Kurz- und langfristige Verbindlichkeiten 69 9 106 13
Steuerliche Verlustvorträge 32 76
Steueranrechnungen / Sonstiges 58 86 50 467
Latente Steuern (vor Saldierung) 1.548 1.931 1.764 3.475
Saldierung aktiver und passiver latenter Steuern – 442 – 442 – 751 – 751
Latente Steuern gemäß Konzernbilanz 1.106 1.489 1.013 2.724
1
Vorjahreszahlen wurden angepasst, siehe Anmerkung (4) „Akquisitionen und Desinvestitionen‟.

Neben den latenten Steueransprüchen auf Verlustvorträge in Höhe von 32 Mio. € (31. Dezember 2016: 76 Mio. €) führten temporäre Unterschiede zu latenten Steueransprüchen in Höhe von 1.074 Mio. € (31. Dezember 2016: 937 Mio. €).

Der deutliche Rückgang der latenten Steuerschulden in der Position „Steueranrechnungen / Sonstiges‟ resultierte aus geplanten Dividendenausschüttungen in die USA, die aufgrund der US-Steuerreform künftig grundsätzlich steuerfrei sind und demnach für Merck keine zukünftige steuerliche Belastung mehr darstellen. Für die steuerlichen Mehr- und Minderbelastungen aufgrund von Dividendenausschüttungen (Outside Basis Differences) wurden latente Steuerschulden von insgesamt 17 Mio. € (31. Dezember 2016: 466 Mio. €) erfasst.

Die temporären Unterschiede, bezogen auf thesaurierte Gewinne der Tochtergesellschaften, für die keine latenten Steuern angesetzt wurden, beliefen sich auf 2.856 Mio. € (31. Dezember 2016: 5.669 Mio. €).

(15) Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie ergibt sich aus dem den Anteilseignern der Merck KGaA zustehenden Ergebnis nach Steuern (Konzernergebnis), dividiert durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der theoretisch ausstehenden Aktien. Die theoretische Aktienzahl berücksichtigt, dass das Komplementärkapital nicht in Aktien verbrieft ist. Entsprechend der Unterteilung des Grundkapitals in Höhe von 168 Mio. € in 129.242.252 Aktien errechnete sich eine theoretische Aktienzahl von 305.535.626 Stück für das Komplementärkapital in Höhe von 397 Mio. €. Insgesamt ergaben sich somit 565 Mio. € beziehungsweise 434.777.878 theoretisch ausstehende Aktien. Die gewichtete durchschnittliche Aktienzahl (unverwässert) im Jahr 2017 belief sich ebenfalls auf 434.777.878 Stück.

Bei der Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie ist ein potenzieller Verwässerungseffekt zu berücksichtigen, der sich aus der angekündigten unentgeltlichen Ausgabe von Merck-Aktien an die berechtigten Mitarbeiter anlässlich des 350-jährigen Firmenjubiläums im Jahr 2018 ergibt. Obwohl die erforderlichen Aktien erst im Jahr 2018 am Markt erworben werden und eine Begebung neuer Aktien nicht vorgesehen ist, führte die angekündigte Ausgabe von Merck-Aktien gemäß IAS 33 zu einem Anstieg der gewichteten durchschnittlichen Aktienzahl (verwässert) um 1.149 Aktien auf 434.779.027 Aktien. Allerdings ergab sich hieraus rechnerisch kein Verwässerungseffekt der Kennzahl, sodass das verwässerte Ergebnis je Aktie dem unverwässerten Ergebnis je Aktie entsprach.