Corporate Responsibility

Wir übernehmen täglich Verantwortung – und das seit 350 Jahren. Unsere Unternehmensstrategie und unsere Werte bringen dies zum Ausdruck. Verantwortungsvolles Handeln in Bezug auf Mitarbeiter, Produkte, Umwelt und Gesellschaft ist eine Grundvoraussetzung für unseren wirtschaftlichen Erfolg.

Strategie und Management

Unsere Aktivitäten im Bereich unternehmerische Verantwortung (Corporate Responsibility, CR) steuert unser CR-Komitee. Es setzt sich aus Vertretern der Unternehmensbereiche und relevanter Konzernfunktionen zusammen. Seit September 2017 liegt die Verantwortung für das Komitee bei Stefan Oschmann, Vorsitzender der Geschäftsleitung und CEO, geführt wird es vom Leiter der neu geschaffenen Einheit Corporate Affairs.

Die Menschheit steht vor globalen gesellschaftlichen Herausforderungen wie Klimaschutz, Ressourcenknappheit oder unzureichendem Zugang zu Arzneimitteln in Ländern niedrigen und mittleren Einkommens. Wir sind davon überzeugt, dass wir mit unseren innovativen Produkten in den Bereichen Healthcare, Life Science und Performance Materials sowie einer verantwortungsvollen Unternehmensführung zur Lösung dieser globalen Herausforderungen beitragen können. Verantwortungsvoll handeln heißt: hinschauen, zuhören, besser machen. Wir achten die Interessen unserer Mitarbeiter, Kunden, Kapitalgeber sowie der Gesellschaft und minimieren ethische, wirtschaftliche sowie soziale Risiken. Damit sichern wir unseren Unternehmenserfolg. So ist es in unserer Unternehmensstrategie verankert und unsere CR-Strategie knüpft daran an. Mit ihr verwirklichen wir verantwortungsvolle Unternehmensführung täglich aufs Neue. Zugleich bündeln wir unsere Kräfte dort, wo wir am meisten bewirken können. Wir engagieren uns in drei strategischen Handlungsfeldern: Gesundheit, Umwelt sowie Bildung und Kultur. Die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft und unsere Wettbewerbsfähigkeit stehen dabei im Fokus.

Gesundheit: In Ländern mit geringem oder mittlerem Einkommen haben viele Menschen keinen Zugang zu hochwertigen Gesundheitslösungen. Hier nutzen wir unsere Expertise. Gemeinsam mit starken Partnern entwickeln wir Lösungen für die Menschen vor Ort: zum Beispiel beim Kampf gegen die Wurmkrankheit Bilharziose in Afrika.

Umwelt: Wir arbeiten fortlaufend daran, die Nachhaltigkeitsbilanz unserer Produkte zu verbessern. Außerdem helfen wir unseren Kunden, ihre selbst gesetzten Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Ein Beispiel ist die Entwicklung neuer Displaytechnologien sowohl mit Flüssigkristallen als auch mit organischen Leuchtdioden (OLEDs): Sie senken den Stromverbrauch von Fernsehern, Smartphones und Tablets.

Bildung und Kultur: Forschung und Entwicklung auf der ganzen Welt profitieren von Neugier, Kreativität und Begeisterungsfähigkeit. Kulturelle Angebote inspirieren Menschen und erweitern ihren Horizont. Kulturelle Inspiration macht Menschen aber auch offen für Neues – und begünstigt innerhalb der Gesellschaft die Akzeptanz für Wissenschaft, technischen Fortschritt und Innovationen. Deshalb fördern wir weltweit Bildungsangebote und kulturelle Initiativen.

Unser CR-Engagement steht im Einklang mit den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen und wir versuchen einen Beitrag zu den ehrgeizigen Zielen bis 2030 zu leisten. Des Weiteren unterstützen wir relevante Initiativen zur verantwortungsvollen Unternehmensführung: Wir nehmen am „Global Compact‟ der Vereinten Nationen teil und bekennen uns zur Einhaltung der darin festgelegten Prinzipien zu Menschenrechten, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung. Unternehmerische Verantwortung leben wir auch mit der Verpflichtung zur Einhaltung der Leitlinien der „Responsible Care Global Charter‟, einer Initiative des internationalen Chemieverbands ICCA (International Council of Chemical Associations). Ihr Ziel ist es, die Leistungen der chemischen Industrie für Umweltschutz, Gesundheit und Sicherheit kontinuierlich zu verbessern. Darüber hinaus beteiligen wir uns in Deutschland an der Initiative „Chemie3‟, einer Kooperation des Verbands der Chemischen Industrie (VCI), des Arbeitgeberverbands Chemie (BAVC) und der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE). In dieser weltweit einmaligen Kooperation wollen die Partner Nachhaltigkeit als Leitbild innerhalb der Branche verankern und die Position der chemischen Industrie als Schlüsselindustrie der deutschen Wirtschaft für nachhaltige Entwicklung ausbauen.

Unternehmensverantwortung bedeutet für uns handeln und zuhören. Der Dialog mit unseren verschiedenen Anspruchsgruppen ist uns deshalb sehr wichtig. Zu diesen zählen beispielsweise Mitarbeiter, Geschäftspartner, die Familie Merck, Investoren, Behörden und Verbände. Durch den kontinuierlichen Austausch wollen wir auch transparent aufzeigen, wie wir unsere Unternehmenswerte leben.

Unsere guten Leistungen bei der Umsetzung von verantwortungsvollem und nachhaltigem unternehmerischen Handeln haben dazu geführt, dass wir auch 2017 im „FTSE4Good‟-Index vertreten sind. Die Aufnahme in diesen führenden internationalen Nachhaltigkeitsindex ist abhängig vom sozialen, ökologischen und ethischen Verhalten eines Unternehmens. Auch in anderen wichtigen Nachhaltigkeitsindizes konnten wir 2017 unsere gute Position behaupten: So sind wir im „STOXX Global ESG Leaders‟-Index, im „Euronext Vigeo Eurozone 20‟-Index sowie im „Ethibel Sustainability‟-Index (ESI) Excellence Europe gelistet. 2017 hat die unabhängige Rating-Agentur EcoVadis uns für unsere Nachhaltigkeitsleistungen den Gold-Status zugesprochen. EcoVadis bewertet Zulieferer aus 120 Ländern in den vier Kategorien Umwelt, Arbeitsbedingungen, verantwortungsvolle Geschäftspraktiken und Lieferkette.

Strategisches Handlungsfeld Gesundheit

Zugang zu Gesundheit für unterversorgte Bevölkerungsgruppen und Gemeinden in Ländern niedrigen und mittleren Einkommens zu schaffen hat für uns strategische Priorität. Mit unserer geschäftsübergreifenden „Access to Health‟-Strategie wollen wir nachhaltigen Zugang zu hochwertigen Gesundheitslösungen schaffen. Es ist uns bewusst, dass dies eine komplexe, vielschichtige Herausforderung ist, für die es keine Universallösung gibt. Unsere Programme und Initiativen sind daher auf globale, regionale und lokale Bedürfnisse ausgerichtet. Wir halten Partnerschaften, Kooperationen und Dialoge für Schlüsselinstrumente, um nachhaltige Ergebnisse zu erzielen. Dabei konzentrieren wir uns auf vier Bereiche: „Availability‟ (Verfügbarkeit), „Affordability‟ (Bezahlbarkeit), „Awareness‟ (Bewusstsein) und „Accessibility‟ (Erreichbarkeit). Im alle zwei Jahre veröffentlichten „Access to Medicine‟-Index belegte Merck 2016 Platz vier und hat sich damit um zwei Plätze verbessert.

Verfügbarkeit

Das Konzept der Verfügbarkeit umfasst die Erforschung, Entwicklung und Verbesserung von Gesundheitslösungen, die ungedecktem medizinischen Bedarf Rechnung tragen und auf die Gegebenheiten vor Ort abgestimmt sind.

Mit unserem neu gegründeten Merck Global Health Institute wollen wir die Gesundheitsversorgung in Entwicklungsländern verbessern. Wir unterstützen dabei die Bekämpfung von Infektionskrankheiten mit Schwerpunkt auf Bilharziose, Malaria sowie bakteriellen Infektionen und antimikrobiellen Resistenzen. Die Initiativen und Programme des Instituts kümmern sich dabei besonders um bisher nicht gedeckten medizinischen Bedarf von Frauen und Kindern. Unser Ziel ist es, nicht nur Medikamente zu entwickeln, sondern auch die Diagnose zu verbessern und die Übertragung einzudämmen sowie lokale Gesundheitssysteme zu fördern. Zum Portfolio gehört auch die Entwicklung einer Darreichungsform von Praziquantel zur Behandlung der Wurmkrankheit Bilharziose für Kinder unter sechs Jahren im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft. Darüber hinaus forschen wir mit wichtigen internationalen Partnern an Diagnostika für Bilharziose, um besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen zu identifizieren. Auch suchen wir nach neuen Biomarkern für Bilharziose und neuen Substanzen, die gegen die schwere Tropenerkrankung wirken können.

Wir entwickeln auch eine neue Malariatherapie, die das Potenzial hat, sowohl die Krankheit zu therapieren als auch eine Wiederansteckung zu verhindern. Im Rahmen einer strategischen Partnerschaft mit der Universität von Kapstadt in Südafrika und dem „Medicines for Malaria Venture‟ suchen wir nach neuen Substanzen, die bereits im Leberstadium wirken, und solchen, die mit langanhaltender Wirkung vor einer Neuinfektion schützen. Auf Basis unseres Zellanalysesystems Muse® entwickeln wir derzeit ein Diagnosekit für Malaria, das den Parasitentypus und den Infektionsgrad akkurat bestimmen kann. 2017 konnten wir in präklinischen Studien vielversprechende Ergebnisse verzeichnen.

Um vor Übertragung zu schützen, kommt unser Wirkstoff IR3535® in Insektenschutzmitteln zum Einsatz und unterstützt den Schutz vor Infektionen durch Mückenstiche oder Zeckenbisse. Produkte mit diesem Wirkstoff zeichnen sich durch eine besonders gute Verträglichkeit bei Kleinkindern und Schwangeren aus. Sie schützen vor Zika-, Chikungunya- und Dengue-Fieber. Eine Formulierung gegen Malaria ist in Arbeit. In einigen Ländern sind Formulierungen mit IR3535® seit Kurzem auch für den präventiven Schutz von Schulkindern vor Kopfläusen zugelassen.

Bezahlbarkeit

Wir wollen den Herausforderungen der Bezahlbarkeit mithilfe von Unterstützungsmaßnahmen für diejenigen begegnen, die nicht in der Lage sind, die benötigten Gesundheitslösungen zu bezahlen. Daher verfolgen wir mit unseren Initiativen zu geistigem Eigentum einen zugangsfördernden Ansatz sowie differenzierte Preisgestaltungsstrategien. Wir informieren transparent über unsere Patente und Patentanmeldungen in öffentlich zugänglichen Datenbanken. Um unsere Verpflichtung gegenüber der London Declaration zur Bekämpfung vernachlässigter Tropenkrankheiten zu stärken, haben wir uns 2017 der Plattform „DNDi NTD Drug Discovery Booster‟ angeschlossen und unsere Wirkstoffdatenbank geöffnet. Ziel ist es, potenzielle Behandlungen gegen Leishmaniose und Chagas-Krankheit zu finden. Darüber hinaus sind wir eines von mehr als 100 Mitgliedern der offenen Innovationsplattform WIPO Re:Search, die von der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) gefördert wird. Durch den Austausch von geistigem Eigentum und Knowhow möchten die Plattformpartner die frühe Wirkstofffindung zur Behandlung von Infektionskrankheiten beschleunigen. Neben der bereits laufenden Kooperation mit der University of Buea in Kamerun haben wir 2017 unter diesem Dach eine Zusammenarbeit mit der University of California in San Diego begonnen. Dabei geht es um mögliche Behandlungen von Leishmaniose, Chagas-Krankheit und afrikanischer Trypanosomiasis (Schlafkrankheit).

Außerdem bekämpfen wir weiterhin gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Wurmkrankheit Bilharziose in Afrika. Wir spenden der WHO Cesol®-600-Tabletten mit dem Wirkstoff Praziquantel. Seit dem Start des Programms sind bereits rund 150 Mio. Patienten, vornehmlich Schulkinder, behandelt worden. Insgesamt haben wir der WHO seit 2007 fast 700 Mio. Praziquantel-Tabletten zur Verfügung gestellt. Als Gründungsmitglied der Global Schistosomiasis Alliance tragen wir dazu bei, Bilharziose weltweit auszurotten.

Über unser Merck Global Health Institute sind wir unter anderem in dem von uns initiierten „Pediatric Praziquantel Consortium‟ aktiv. In diesem Konsortium arbeiten wir gemeinsam mit Partnern an einer Weiterentwicklung der Praziquantel-Formulierung, damit zukünftig auch Kinder unter sechs Jahren mit dem Medikament behandelt werden können.

Bewusstsein

Wir tragen zur Bewusstseinsbildung bei, indem wir medizinische Fachkreise, Gemeinden und Patienten mit geeigneten Werkzeugen, Knowhow und Informationen dabei helfen, informierte Entscheidungen zu treffen – bei der Vorbeugung, Diagnose, Behandlung und Versorgung. Wir führen regelmäßig Kampagnen durch, um weltweit das Bewusstsein für bestimmte Krankheiten zu erhöhen. Dabei konzentrieren wir uns auf Erkrankungen, in denen wir große Expertise vorweisen können – etwa Krebs, Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes und Multiple Sklerose. 2017 haben wir die Merck Foundation gegründet, eine gemeinnützige Gesellschaft, die Teile unserer Aktivitäten in unterversorgten Regionen der Welt bündelt. Mit unserer Dialogserie „Access Dialogues‟ fördern wir den Austausch mit zahlreichen öffentlichen und privaten Stakeholdern zu Zugang zu Gesundheit. 2017 standen die Themen geistiges Eigentum und Herausforderungen in der Lieferkette von Entwicklungsländern im Mittelpunkt.

In Indien unterstützen wir gemeinsam mit verschiedenen Nichtregierungsorganisationen und dem indischen Gesundheits- und Familienministerium das Su-Swastha-Projekt. So wollen wir die Gesundheitsversorgung im ländlichen Indien verbessern: Wir stellen dort unter anderem kostengünstige Arzneimittel zur Verfügung. Gleichzeitig klären wir Bevölkerung und medizinische Fachkreise vor Ort über alltägliche Gesundheitsprobleme und deren Behandlung auf. Im Berichtsjahr konnten mit 482 Gemeindetreffen über 11.000 Menschen erreicht werden.

Der von Merck getragene gemeinnützige Verein „Global Pharma Health Fund (GPHF)‟ bekämpft Arzneimittelfälschungen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Bisher hat der GPHF 836 sogenannte Minilabs zum Aufdecken von Arzneimittelfälschungen in rund 100 Länder zum Selbstkostenpreis ausgeliefert; allein 2017 waren es 41 Minilabs. Laut einem Ende 2017 veröffentlichten Bericht der WHO konnten dank Minilab bei den 20.000 getesteten Arzneimitteln mehr als 1.000 Medikamentenfälschungen aufgedeckt werden.

Erreichbarkeit

Wir fördern Initiativen zur Stärkung der Lieferketten und die Entwicklung von an die lokalen Verhältnisse angepassten Gesundheitslösungen, um eine effektive, patientennahe Versorgung sicherzustellen. Wir sind Gründungsmitglied der „Accessibility Platform‟, einer informellen, privatwirtschaftlichen Initiative, die an einem umfassenden Lösungsansatz arbeitet, um den Herausforderungen in der Lieferkette und der Distribution in Entwicklungsländern zu begegnen. Die Plattform fördert den Informationsaustausch zwischen den verschiedenen Stakeholdern und schafft gemeinsame Handlungsoptionen.

2017 haben wir gemeinsam mit zwei anderen Mitgliedsunternehmen, Roche und Novartis, eine Paneldiskussion beim World Health Summit moderiert – unter Beteiligung des ghanaischen Gesundheitsministeriums, der Weltgesundheitsorganisation und des „The Global Fund to Fight AIDS, Tuberculosis and Malaria‟. Wir unterstützen Schulungen und die Weitergabe von Fachwissen an unsere Produktionspartner in Afrika, Asien und Lateinamerika, um die Qualitätsstandards der Produktion vor Ort zu verbessern.

In Indien kooperieren wir mit der Non-Profit-Organisation Narmada Samagra. Unsere sogenannte River Ambulance unterstützt die Menschen in der entlegenen Region entlang des Narmada-Flusses mit medizinischem Personal und Gesundheitslösungen. 2017 haben wir den Unterhalt des im Vorjahr gespendeten Boots finanziert. In der Region Jharkhand im Nordosten Indiens finanzieren wir darüber hinaus ein Gesundheitszentrum, das die Region mit rund 20.000 Einwohnern versorgt. Im afrikanischen Kamerun hat das Merck Global Health Institute 2017 eine neue Entbindungsstation im Krankenhaus von Akonolinga gefördert.

Strategisches Handlungsfeld Umwelt

Wir leisten mit unseren Produkten einen Beitrag zur Bewältigung globaler Herausforderungen wie Klimaschutz oder Ressourcenknappheit. Zugleich unterstützen wir unsere Kunden darin, die negativen Auswirkungen ihrer Tätigkeit zu reduzieren und ihre eigenen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

Performance Materials: mehr Nachhaltigkeitbei Herstellungsprozess und Endprodukt

Unser Unternehmensbereich Performance Materials hat im Berichtsjahr die neue Flüssigkristalltechnologie SA-VA (Self-Aligned Vertical Alignment) zur Marktreife geführt. Die Materialien und den Prozess haben wir im Rahmen enger technischer Partnerschaften mit unseren Kunden entwickelt. Die SA-VA-Technologie ist umweltfreundlich und ressourcenschonend: Bei der Produktion wird im Vergleich zu konventionellen Technologien weniger Energie benötigt und es fallen weniger Abfallprodukte an. Zudem ermöglicht SA-VA einen effizienteren Displayherstellungsprozess und könnte den Displayherstellern Möglichkeiten eröffnen, Design-Funktionalitäten zu verbessern. SA-VA kann in sämtlichen Displayanwendungen zum Einsatz kommen, vor allem in großflächigen Fernsehgeräten.

Um unsere Markt- und Technologieführerschaft bei Flüssigkristallen über den Einsatz in energiesparenden Displays hinaus zu nutzen, haben wir Ende 2017 eine neue Produktionsanlage für Flüssigkristallfenster-Module in Veldhoven in den Niederlanden eröffnet. Mit unseren intelligenten Fenstern können wir den Energiebedarf von klimatisierten Gebäuden laut ersten Messungen um bis zu 40 % reduzieren und konventionelle Verschattungsmethoden ersetzen. So helfen wir Bauherren, Ressourcen und Kosten zu sparen. Das Prinzip dahinter: Auf Knopfdruck oder automatisch lassen sich Fenster verdunkeln, um vor Sonnenlicht zu schützen – und das in verschiedenen Farbvariationen. Diese Funktion ermöglichen die besonderen Fähigkeiten unserer Flüssigkristalle. In Kombination mit maßgeschneiderten Farbstoffen absorbieren und blockieren die Flüssigkristalle (dunkler Zustand) elektromagnetische Wellen – also auch Licht – oder sie lassen sie passieren (transparenter Zustand). Anders als Wettbewerbstechnologien schalten unsere langlebigen Licrivision®-Materialien in Sekundenschnelle und sind sehr farbneutral. Architekten und Bauherren können die gewünschte Farbe genau an das Umfeld anpassen.

Für die Halbleiterindustrie haben wir eine Reihe von umweltfreundlichen Spezialchemikalien und Materialien entwickelt – unter anderem PFOS-freie Antireflexbeschichtungen und Photoresist-Lacke.

In der Kosmetikindustrie bedienen wir den anhaltenden Trend hin zu Inhaltsstoffen, die strengen Nachhaltigkeitskriterien genügen. Unser Füllstoffportfolio verzichtet komplett auf Mikroplastikteilchen, die wegen der Verschmutzung von Gewässern und der Anreicherung in Meereslebewesen in der Kritik stehen. Auch verpflichten wir uns, die Energieeffizienz unserer Produktionsprozesse kontinuierlich zu steigern. Viele unserer Kosmetikrohstoffe sind gemäß dem COSMOS-Standard registriert und zugelassen. COSMOS ist eine internationale Vereinigung, die den COSMOS-Standard AISBL – einen internationalen Standard für Naturkosmetik – erstellt hat und weiterentwickelt.

Life Science: Umweltauswirkungen in verschiedenen Produktlebensphasen verringern

Wir wollen die Auswirkungen unserer Produkte auf Umwelt und Gesundheit reduzieren. Dies gilt für den gesamten Lebenszyklus – von der Herstellung über die Verwendung bis hin zur Entsorgung unserer Produkte. Mit unserem 2014 eingeführten Programm „Design for Sustainability‟ (DfS) entwickelten wir einen umfassenden Ansatz für nachhaltigere Life-Science-Produkte. Es sorgt dafür, dass Nachhaltigkeitskriterien in verschiedenen Produktlebensphasen berücksichtigt werden und in eine sogenannte Scorecard eingehen. Mit der Erweiterung unseres Portfolios durch die Akquisition von Sigma-Aldrich haben wir das DfS-Programm so ausgebaut, dass es nun als übergreifendes Konzept für unser komplettes Portfolio gültig ist. Ziel ist es, Umweltauswirkungen von Geräten und Instrumenten – auch bei der Nutzung durch die Kunden – zu reduzieren. Bereits in der Konzeptionsphase identifizieren Produktteams mögliche Auswirkungen der Produkte auf die Umwelt sowie Potenziale zur Verbesserung dieser Auswirkungen. 2017 haben wir bei 35 % unserer neuen Produktentwicklungen im Life-Science-Bereich Verbesserungen erzielt. Eine unserer herausragenden Produktneuheiten war 2017 das neue Laborwassersystem Milli-Q® IQ 7000, das quecksilberfreie UV-Oxidationslampen verwendet.

Darüber hinaus entwickeln unsere Forscher innovative Lösungen, die im Einklang mit den von den Chemikern Paul T. Anastas und John C. Warner aufgestellten zwölf Prinzipien für eine „Grüne Chemie‟ stehen. Ziel ist es, eine weitestgehend umweltverträgliche Forschung zu ermöglichen und schädliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit zu minimieren. Mit DOZN® haben wir ein webbasiertes, quantitatives Analysetool für „Grüne Chemie‟ entwickelt. Wir arbeiten daran, unseren Kunden das DOZN®-Tool zur Verfügung zu stellen, damit sie ihren ökologischen Fußabdruck auch in der Life-Science-Forschung messen können.

Wir weiten unser Portfolio um umweltfreundlichere Produkte wie das neue Lösungsmittel Cyrene™ weiter aus. Dieses Produkt wurde mit dem Preis „Bio-based Chemical Innovation of 2017‟ ausgezeichnet. Er honoriert, dass diese sichere und ökologische Alternative auch eine höhere Leistung bieten kann. Cyrene™ wird aus Abfallzellulose gewonnen und als Alternative zu weit verbreiteten Lösungsmitteln eingesetzt, die aufgrund ihrer Toxizität zunehmend regulatorischen Einschränkungen unterworfen werden.

Wir denken nicht nur über das Produkt während seiner Lebensdauer nach, sondern beziehen auch Überlegungen im Hinblick auf das Ende der Lebensdauer und mögliche zukünftige Produktleben mit ein. Der Einsatz von Einwegprodukten, von denen viele in der vorhandenen Infrastruktur nur schwer recyclebar sind, nimmt mit dem Wachstum der Life-Science-Märkte und der Einführung neuer Technologien zu. Deshalb haben wir innovative Recycling-Programme entwickelt, die zwischen 2015 und 2017 zur Wiederverwertung von mehr als 1.300 Tonnen von Produkten unserer Kunden geführt haben.

Strategisches Handlungsfeld Bildung und Kultur

Bildung und Kultur zu fördern ist ein Schwerpunkt unseres gesellschaftlichen Engagements. Dies steht in Einklang mit unserer jahrhundertelang gelebten Tradition, uns für Kunst und Kultur zu engagieren. So fördern wir Eigenschaften, die für unsere Geschäftstätigkeit als Hightech-Unternehmen unabdingbar sind: Kreativität, Entdeckerfreude und Neugier sowie den Mut, Grenzen zu überschreiten.

Naturwissenschaftliche Bildung stärken

Bildung ist für uns ein Schlüsselelement von Kultur – und umgekehrt. Bildung kann uns dabei helfen, Kultur zu verstehen. Kultur kann aber auch einen Zugang zu Bildung schaffen, kann Neugier und Kreativität beflügeln. So fördern wir an vielen unserer Standorte Bildungsprojekte und vergeben beispielsweise Stipendien oder gestalten ausgewählte Unterrichtseinheiten an Schulen. Wir wollen besonders bei jungen Menschen Begeisterung für naturwissenschaftliche Themen wecken. Deswegen unterstützen wir beispielsweise seit mehr als 30 Jahren den Wettbewerb „Jugend forscht‟. Seit 1996 richten wir die hessischen Landeswettbewerbe aus und zweimal waren wir Gastgeber des Bundesentscheids.

Mit unseren Juniorlaboren vermitteln wir Freude am Experimentieren: Diese Lernlabore an der Technischen Universität Darmstadt verbinden Schulunterricht mit aktuellen Themen und modernen Forschungsmethoden. 2017 konnten rund 2.500 Schüler das Labor für Chemie mit erweitertem Programm und rund 1.000 Schüler das Labor für Biologie nutzen.

Mit einer ersten Auslandsinitiative für Lehrerfortbildung unterstützten wir im Berichtsjahr ein Projekt in Indien. Indische Lehrkräfte wurden in organischer Elektronik ausgebildet – mit besonderem Augenmerk auf energiesparende, nachhaltige Technologien.

Im Rahmen unseres SPARK-Programms geben Mitarbeiter aus dem Unternehmensbereich Life Science ihr Wissen ehrenamtlich an Schüler weiter und unterstützen unser gesellschaftliches Umfeld. SPARK soll bei Schülern Neugier auf Naturwissenschaften wecken und sie für eine Laufbahn in MINT-Berufen motivieren. 2017 haben mehr als 2.500 Mitarbeiter über 13.700 Stunden in das Programm investiert. Als Teil von SPARK haben wir 2017 einen „Curiosity CubeTM‟ in den USA auf die Reise geschickt: Dies ist ein Frachtcontainer, der in ein mobiles Labor umgewandelt und mit der neuesten Technologie ausgestattet wurde. Im Jahr 2017 legte der Cube mehr als 29.000 Kilometer in den USA zurück und machte auf seinem Weg Station in über 85 Schulen und Stadtzentren. Mehr als 38.000 Schüler besuchten diesen Cube. Jedes der fast 23.000 durchgeführten Experimente wurde von einem unserer Mitarbeiter geleitet.

Deutsche Philharmonie Merck

Die Deutsche Philharmonie Merck ist unser musikalischer Botschafter. Klassische Musik betrachten wir als völkerverbindende Universalsprache und wichtigen Teil unserer Kultur. Die Konzerte dieses professionellen Ensembles erfreuten sich auch 2017 mit rund 21.000 Besuchern einer großen Beliebtheit und sind ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens im Umfeld unserer Unternehmenszentrale in Darmstadt. Zudem begab sich das Orchester erneut auf internationale Konzertreisen: Ziele im Berichtsjahr waren Österreich, die Tschechische Republik und Marokko. Ein besonderes Augenmerk liegt darauf, jungen Menschen einen Zugang zur klassischen Musik zu ermöglichen – etwa durch spezielle Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche sowie die Zusammenarbeit mit Schulen, beispielsweise bei der Orchesterwerkstatt.

Literaturförderung

Wie Musik ist auch Literatur ein wichtiger Mittler zwischen Kulturen. Wir vergeben daher weltweit fünf Literaturpreise – teilweise im zweijährigen Rhythmus: den Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay in Deutschland, den italienischen Literaturpreis Premio Letterario Merck, den japanischen Merck-Kakehashi-Literaturpreis, den Literaturpreis Merck-Tagore in Indien sowie den russischen Merck-Übersetzerpreis. Ausgezeichnet werden damit vor allem Autoren, die sich als Brückenbauer zwischen Kulturen, aber auch zwischen Literatur und Wissenschaft hervortun.

Der seit 1964 verliehene und mit 20.000 € dotierte Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay ging 2017 an den Feuilletonredakteur der Süddeutschen Zeitung und Autor Jens Bisky. Mit dem Premio Letterario Merck zeichnen wir Autoren aus, die wissenschaftliche Themen einem breiten Publikum nahebringen. Der mit 10.000 € dotierte Preis wurde 2017 an den amerikanischen Schriftsteller Sam Kean für sein Werk „The Violinist’s Thumb‟ vergeben. Einen Ehrenpreis erhielt der italienische Mathematiker, Autor und Professor Paolo Zellini.

Verantwortung für unsere Produkte

Es liegt im Kern unserer unternehmerischen Verantwortung, dass unsere Produkte sicher sind. Bei sachgerechter Anwendung dürfen von ihnen keine Risiken für Kunden, Patienten, Konsumenten und die Umwelt ausgehen. Wir sind bestrebt, ein vorteilhaftes Nutzen-Risiko-Profil unserer Produkte zu gewährleisten. Deshalb untersuchen wir regelmäßig die Sicherheit im gesamten Produktlebenszyklus und ergreifen kontinuierlich Maßnahmen, um Risiken zu minimieren. Patienten, Konsumenten und Kunden stellen wir aussagefähiges Informationsmaterial zur Verfügung, damit sie unsere Produkte verantwortungsvoll, sicher und sachgerecht nutzen können.

Bei der Vermarktung unserer Medikamente steht das Wohlergehen der Patienten stets im Mittelpunkt – denn sie sollen eine wirkungsvolle und hochwertige Behandlung erhalten. Alle Vorgaben, die Marketing und Werbung betreffen, sind Teil unseres konzernweiten Compliance-Programms. Es wird durch unsere internen Richtlinien sowie verschiedene Selbstverpflichtungen ergänzt. Damit gehen wir in vielen Fällen weit über die geltenden gesetzlichen Vorschriften hinaus.

Sicherheit unserer chemischen Produkte

Zahlreiche Regularien sollen sicherstellen, dass von Chemikalien keine Risiken für Mensch und Umwelt ausgehen. Die Einhaltung dieser regulatorischen Anforderungen ist ein wichtiger Teil unserer Arbeit. Mit einer konzernweit gültigen Richtlinie haben wir globale Prozesse zu Definition, Steuerung und Umsetzung von Produktsicherheit eingeführt und die entsprechenden Managementstrukturen etabliert. Bei unseren Regelwerken berücksichtigen und befolgen wir sämtliche relevanten internationalen und nationalen Rechtsnormen. Dazu gehören beispielsweise die EU-Verordnungen REACH („Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals‟) und CLP („Classification, Labelling and Packaging of Substances and Mixtures‟, EU GHS). Darüber hinaus engagieren wir uns für Transparenz und stellen beispielsweise im Rahmen der „Global Product Strategy‟, einer internationalen Initiative der Chemiebranche, sogenannte Product Safety Summaries für Gefahrstoffe zur Verfügung.

Wir arbeiten daran, auch für die letzte Registrierungsphase unter REACH alle betroffenen chemischen Stoffe fristgerecht zu registrieren. Die ersten beiden Registrierungsphasen haben wir in den Jahren 2010 beziehungsweise 2013 erfolgreich abgeschlossen. Nun müssen wir im nächsten Schritt (dritte Phase) bis Juni 2018 alle Stoffe mit einer jährlichen Produktions- oder Importmenge von einer bis 100 Tonnen bewerten und registrieren. Dieser Prozess umfasst auch die Stoffe, die durch die Akquisition von Sigma-Aldrich in unser Portfolio kamen, und bewegt sich im Zeitplan.

Sicherheit unserer Healthcare-Produkte

Die Sicherheit der Patienten und Konsumenten steht bei allem, was wir tun, an erster Stelle. Wir stellen Patienten, Konsumenten und Ärzten während des gesamten Lebenszyklus unserer Arzneimittel und Consumer-Health-Produkte aktuelle Nutzen-Risiko-Bewertungen zur Verfügung. Unsere Experten verarbeiten hierfür sicherheitsrelevante Informationen aus unterschiedlichen Quellen, wie klinischen Studien, Meldungen über Nebenwirkungen und wissenschaftlicher Literatur. Unser Global Chief Medical Officer, unterstützt vom „Medical Safety and Ethics Board‟, trägt die oberste Verantwortung für die Arzneimittelsicherheit unserer biopharmazeutischen Medikamente. Die Einheit „Global Patient Safety‟ überwacht und bewertet weltweit und kontinuierlich deren Sicherheit und Nutzen-Risiko-Verhältnis (Pharmakovigilanz). Für unsere Consumer-Health-Produkte übernimmt die Einheit „Global Product Safety‟ diese Aufgabe. Die Gesamtverantwortung für die Sicherheit unserer Selbstmedikationsprodukte trägt der Chief Medical Officer für das Consumer-Health-Geschäft, unterstützt vom „Safety & Labelling Committee‟.

Auch für die Produkte unseres Allergopharma-Geschäfts haben wir umfassende klinische Wirksamkeits- und Sicherheitsprofile entwickelt, die wir kontinuierlich aktualisieren. Für die Sicherheit unserer Patienten haben wir ein weltweites Pharmakovigilanz-System etabliert, das wir stetig weiterentwickeln.

Qualität unserer Produkte

Unser Ziel ist es, Kunden und Patienten zu jeder Zeit hochwertige Originalprodukte zur Verfügung zu stellen. Mit unserer Qualitätsvision „Qualität ist eingebettet in alles, was wir tun!‟ erinnern wir unsere Mitarbeiter an ihre Verantwortung – und zwar in allen Geschäften, in allen Konzernfunktionen und auf allen Hierarchiestufen.

Lieferantenmanagement

Wir beziehen weltweit zahlreiche Rohstoffe, Verpackungsmittel, technische Produkte, Komponenten und Dienstleistungen. Unser übergeordnetes Ziel ist es, die Stabilität dieser Lieferketten zu schützen und unseren Kunden stets die besten Produkte und Dienstleistungen zu liefern sowie optimale Qualität und perfekten Service zu bieten. Unser Lieferantenmanagement konzentriert sich auf die Einhaltung grundlegender Umwelt- und Sozialstandards – neben hoher Qualität, Liefersicherheit und wettbewerbsfähigen Preisen. Sie leiten sich im Wesentlichen aus den Kernarbeitsnormen der ILO (International Labour Organisation), dem „UN Global Compact‟ und dem Verhaltenskodex des BME (Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e. V.) ab. Unsere Grundsätze zu verantwortungsvoller Beschaffung haben wir in unserer Einkaufsrichtlinie und unseren „Responsible Sourcing Principles‟ verankert.

Aufgrund der wachsenden Bedeutung der Emerging Markets als Beschaffungsmärkte für Merck verstärkten wir unsere Anstrengungen zur Sicherstellung unserer Lieferkettenstandards weiter. Wir sind seit Ende 2014 Mitglied der Industrieinitiative „Together for Sustainability‟ (TfS) und können seitdem die Ergebnisse von Lieferantenbewertungen und -audits gemeinsam mit anderen Mitgliedsunternehmen unter Einhaltung aller wettbewerbsrechtlichen Beschränkungen nutzen. Über TfS haben wir bisher Zugriff auf Bewertungen für mehr als 730 unserer wichtigsten Lieferanten, 463 dieser Bewertungen wurden auf unsere Initiative hin erstmals erstellt.

Verantwortung für unsere Mitarbeiter

Die Mitarbeiter sind für ein Unternehmen die Grundlage des Erfolgs. Sie nehmen in unserem unternehmerischen Handeln dementsprechend eine zentrale Rolle ein. Gemäß unseren Unternehmenswerten leben wir bei Merck eine Kultur der gegenseitigen Wertschätzung und des Respekts. Wir wollen zum Unternehmenserfolg beitragen, indem wir die am besten geeigneten Mitarbeiter einstellen, fördern und motivieren. Einen strategischen Schwerpunkt legen wir daher auf die Themen Mitarbeiterentwicklung, Vergütung und Leistungsmanagement. Darüber hinaus wollen wir die Vielfalt unter unseren Mitarbeitern fördern (mehr Informationen hierzu im Kapitel „Menschen bei Merck‟).

Verantwortung für die Umwelt

Wir wollen bei der Herstellung unserer Produkte die Umwelt möglichst wenig beeinflussen. Dazu gehört insbesondere, dass wir Ressourcen wie Energie, Wasser und Rohstoffe sparsam sowie effizient einsetzen und Emissionen sowie Abfälle kontinuierlich verringern.

Umweltmanagementsystem

In der konzernweit gültigen EHS Policy („Corporate Environment, Health and Safety Policy‟) haben wir unsere Grundsätze und Strategien für Umweltschutz (Environment), Gesundheit (Health) und Sicherheit (Safety) festgelegt. Sie ist integraler Bestandteil unseres EHS-Managementsystems. Dieses lassen wir jährlich von externen Prüfern nach dem internationalen Standard OHSAS 18001 zertifizieren.

An allen Standorten sind lokale EHS-Manager für den operativen Umweltschutz zuständig. Diese Mitarbeiter werden kontinuierlich geschult und weiterqualifiziert. Da sich unser Geschäft fortlaufend verändert, lassen wir unser Umweltmanagementsystem durch regelmäßige externe wie interne Audits bestätigen, damit es weiterhin den Ansprüchen der ISO-Norm 14001 gerecht wird. 2017 haben wir im neunten Jahr in Folge das Gruppenzertifikat nach diesem internationalen Standard erhalten. Es umfasst weltweit 83 Standorte. Zudem wurde unser Umweltmanagementsystem erfolgreich an die neue ISO-Norm 14001:2015 angepasst. Die Aufwendungen für Umweltschutz, Gesundheit und Sicherheit beliefen sich im Jahr 2017 auf insgesamt 200 Mio. €. Darin enthalten sind auch im Berichtsjahr getätigte Investitionen.

Schwerpunktthemen: Energieeffizienz, Treibhausgas-Emissionen, Wasser, Abfall und Recycling

Klimaschutz und Ressourcenknappheit sind zentrale gesellschaftliche Herausforderungen im 21. Jahrhundert. Für uns als verantwortungsvolles Unternehmen ist es selbstverständlich, unseren Beitrag zu leisten. Deshalb haben wir uns zum Ziel gesetzt, die gesamten direkten und indirekten Treibhausgas-Emissionen bis 2020 um 20 % zu senken – gemessen am Stand von 2006 und unabhängig vom Produktionswachstum. 2017 wurden unsere Bemühungen zum nachhaltigen Umgang mit Energie vom CDP (ehemals „Carbon Disclosure Project‟) mit der Note B ausgezeichnet (2016: A–). Das CDP bewertet Unternehmen unter anderem hinsichtlich ihrer Leistungen und ihrer Transparenz beim Klimaschutz und beim Wassermanagement.

Um unsere Klimaschutzziele zu erreichen, haben wir das Programm Edison gestartet. Es bündelt alle unsere Aktivitäten zu den Themen Klimaschutz und Energieeffizienz. Mit den über 300 Edison-Maßnahmen, die seit 2012 angestoßen wurden, wollen wir mittelfristig rund 98.000 Tonnen CO2 jährlich einsparen. Insgesamt sparten wir durch die Edison-Projekte seit 2012 circa 75.000 Megawattstunden Energie ein, der überwiegende Teil davon war Strom.

Gleichzeitig forcieren wir die Umstellung auf regenerative Stromerzeugung. An unseren Life-Science-Standorten Jigani und Peenya in Bangalore, Indien, installierten wir 2017 Solaranlagen, die insgesamt 1.265.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr produzieren. Die Anlagen decken jeweils ca. 30 % des Strombedarfs der Standorte. So senken wir unsere Emissionen um jährlich etwa 1.200 Tonnen. Auch in Burlington, USA, bauten wir eine Solaranlage ein. Mit einer Leistung von 182 Kilowatt soll diese jährlich 218.000 Kilowattstunden Strom erzeugen und dabei unsere Emissionen um etwa 60 Tonnen reduzieren.

24.5 KB EXCEL

Energieverbrauch1

in Gigawattstunden 2014 2015 2016 2017
Gesamter Energieverbrauch 2.162 2.260 2.241 2.270
Direkter Energieverbrauch 1.354 1.452 1.445 1.386
Erdgas 1.207 1.206 1.267 1.256
Flüssige fossile Brennstoffe2 120 111 37 34
Biomasse und selbst erzeugte erneuerbare Energie 27 135 141 96
Indirekter Energieverbrauch 808 808 796 884
Elektrizität 711 712 701 740
Dampf, Hitze, Kälte 97 96 95 144
Gesamte verkaufte Energie 0,6 0,5 0,5 0,3
Elektrizität 0,6 0,5 0,5 0,3
Dampf, Hitze, Kälte 0 0 0 0
1
Der Energieverbrauch wurde in Übereinstimmung mit dem Greenhouse Gas Protocol für alle vorherigen Jahre (bis zum Basisjahr 2006) auf die Unternehmensstruktur des Berichtsjahrs bezogen. Bei Zu- und Verkäufen von Unternehmen / Unternehmensteilen oder der Änderung von Emissionsfaktoren wurden die Werte rückwirkend angepasst (portfoliobereinigt).
2
Leichtes und schweres Heizöl, Liquefied Petroleum Gas (LPG), Diesel und Benzin.
24.5 KB EXCEL
in Terajoule 2014 2015 2016 2017
Gesamter Energieverbrauch 7.783 8.137 8.068 8.172
Direkter Energieverbrauch 4.874 5.228 5.202 4.990
Erdgas 4.345 4.342 4.561 4.522
Flüssige fossile Brennstoffe2 432 400 133 122
Biomasse und selbst erzeugte erneuerbare Energie 97 486 508 346
Indirekter Energieverbrauch 2.909 2.909 2.866 3.182
Elektrizität 2.560 2.563 2.524 2.664
Dampf, Hitze, Kälte 349 346 342 518
Gesamte verkaufte Energie 2,2 1,8 1,8 1,1
Elektrizität 2,2 1,8 1,8 1,1
Dampf, Hitze, Kälte 0 0 0 0
1
Der Energieverbrauch wurde in Übereinstimmung mit dem Greenhouse Gas Protocol für alle vorherigen Jahre (bis zum Basisjahr 2006) auf die Unternehmensstruktur des Berichtsjahrs bezogen. Bei Zu- und Verkäufen von Unternehmen / Unternehmensteilen oder der Änderung von Emissionsfaktoren wurden die Werte rückwirkend angepasst (portfoliobereinigt).
2
Leichtes und schweres Heizöl, Liquefied Petroleum Gas (LPG), Diesel und Benzin.
24 KB EXCEL

Gesamte Treibhausgas-emissionen (Scope 1 und Scope 2 des GHG Protocol)1

in Kilotonnen 20062 2014 2015 2016 2017
Gesamte CO2eq3-Emissionen 793 731 726 711 731
Davon:
Direkte CO2eq-Emissionen 379 390 393 387 374
Indirekte CO2eq-Emissionen 414 341 333 324 357
Biogene CO2-Emissionen 6 11 54 56 38
1
Die Treibhausgas-Emissionen wurden in Übereinstimmung mit dem Greenhouse Gas Protocol für alle vorherigen Jahre (bis zum Basisjahr 2006) auf die aktuelle Unternehmensstruktur des Berichtsjahrs bezogen und bei Zukäufen (z. B. Sigma-Aldrich 2015) und Verkäufen von Unternehmen / Unternehmensteilen oder der Änderung von Emissionsfaktoren rückwirkend angepasst (portfoliobereinigt).
2
Ausgangswert für unsere Emissionsziele ist das Jahr 2006.
3
eq = Äquivalente.

Das Energiemanagement ist ein wichtiger Baustein für Energieeffizienz und Klimaschutz. Die beiden Produktionsstandorte Darmstadt und Gernsheim sind für rund 28 % des weltweiten Energieverbrauchs bei Merck verantwortlich. Seit 2012 erfüllen diese beiden Standorte die internationale Energiemanagement-Norm ISO 50001. Derzeit haben zwölf unserer Produktionsstandorte ein zertifiziertes Energiemanagementsystem. Wir halten auch in Zukunft an unserem Klimaziel fest. Das Ziel der Treibhausgasreduktion und die damit notwendigen Maßnahmen zur Zielerreichung wurden 2017 von der Geschäftsleitung bestätigt – beispielsweise mit Projekten zur Energieeffizienzsteigerung und zur Reduzierung prozessbedingter Treibhausgas-Emissionen.

Neben dem Thema Energie richteten wir den Fokus im Jahr 2017 auch auf das Thema Wasser. Wir verfolgen seit 2016 das Ziel, an Standorten mit hohem Verbrauch bis 2020 ein nachhaltiges Wassermanagementsystem einzuführen. An Standorten mit relevantem Wasserverbrauch in Wasserstressgebieten wollen wir zudem unseren Wasserverbrauch bis 2020 um 10 % im Vergleich zu 2014 reduzieren. Ende 2017 hatten wir unseren Wasserverbrauch an den betreffenden Standorten um rund 9 % im Vergleich zu 2014 gesenkt. 2017 wurden unsere Bemühungen zum nachhaltigen Umgang mit Wasser vom CDP mit der Note B ausgezeichnet, zwei Stufen besser als noch im Vorjahr.

Natürliche Ressourcen werden knapper. Daher möchten wir Rohstoffe so effizient wie möglich nutzen und ihren Verlust begrenzen. So wollen wir die Umweltauswirkungen unserer Abfallentsorgung so weit wie möglich minimieren. 2016 haben wir einen sogenannten Merck Waste Score entwickelt, mit dem wir das Abfallaufkommen unserer Standorte vergleichen und die Entwicklung unseres Abfallaufkommens verfolgen wollen. 2017 hat die Geschäftsleitung erstmals beschlossen, die Umweltbelastung durch unseren Abfall bis 2025 um 5 % im Vergleich zum Jahr 2016 zu verringern. Dazu untersuchen wir die Produktionsprozesse und Entsorgungswege unserer Standorte auf Verbesserungspotenziale hin. Grundsätzlich sollen alle Standorte ihren Beitrag zur Abfallreduzierung leisten.

Verantwortung für die Gesellschaft

Wir verstehen uns als Teil der Gesellschaft – an den einzelnen Standorten sowie global. Gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen ist Teil unseres unternehmerischen Selbstverständnisses. Wir sind davon überzeugt, dass wir mit unserem Wissen, unseren Fähigkeiten und unseren Produkten einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leisten können.

Unser gesellschaftliches Engagement setzt hauptsächlich dort an, wo wir aufgrund unseres Kerngeschäfts besondere Problemlösungskompetenz besitzen. So engagieren wir uns in Gesundheits- und Umweltprojekten und fördern Bildung, speziell im Bereich der Naturwissenschaften. In Notsituationen leisten wir Katastrophenhilfe – vor allem in Regionen, in denen wir auch geschäftlich tätig sind.

Unsere Landesgesellschaften engagieren sich in einer Vielzahl von Projekten vor Ort. Merck hat übergeordnete Kriterien für die Projektauswahl definiert, die Entscheidung für bestimmte Projekte liegt bei unseren Gesellschaften. Insgesamt haben wir im Jahr 2017 für das gesellschaftliche Engagement rund 34 Mio. € aufgewendet.