Ziele und Strategien

Allgemeine Grundsätze und Konzernstrategie

Allgemeine Grundsätze

Merck ist ein lebendiges Wissenschafts- und Technologieunternehmen. Wir bieten weltweit spezialisierte und hochwertige Produkte aus den Bereichen Healthcare, Life Science und Performance Materials an. Unser Ziel ist es, durch technologischen Fortschritt das Leben besser und unsere Kunden und Partner erfolgreicher zu machen. Dieser Anspruch äußert sich in einer wertebasierten und wirtschaftlich nachhaltigen Unternehmensführung und lenkt die Strategieentwicklung für den Konzern.

Unser jährlicher strategischer Planungsprozess folgt fest definierten Grundsätzen. So soll unser Geschäftsportfolio stets so ausbalanciert sein, dass es eine optimale Mischung aus unternehmerischen Chancen und Risiken widerspiegelt, um den langfristigen Erfolg des Unternehmens zu sichern. Dies erreichen wir zum einen durch die Diversifizierung in drei komplementäre Unternehmensbereiche, die das Unternehmen insgesamt unabhängiger von Konjunkturzyklen machen, und zum anderen durch den weiteren Ausbau unserer Präsenz in globalen Wachstumsmärkten – ein Beispiel für die langfristige Ausrichtung unserer Konzernstrategie. Dazu trägt auch die Gesellschaftsstruktur der Merck KGaA bei. Die Familie Merck ist über die E. Merck KG als persönlich haftende Gesellschafterin mit ca. 70 % des Kapitals an der Merck KGaA beteiligt. Zudem verpflichtet die Struktur die Mitglieder der Geschäftsleitung, die ebenfalls persönlich haftende Gesellschafter sind, ein besonderes Augenmerk auf langfristige Wertentwicklung zu legen.

Der Grundsatz des langfristig angelegten Denkens und Handelns gilt bei uns nicht nur für wirtschaftliche Aspekte, sondern schließt auch gesellschaftliche Verantwortung mit ein. Wir engagieren uns in drei strategischen Handlungsfeldern: Gesundheit, Umwelt sowie Kultur und Bildung. Dabei stets im Fokus: die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft und die Wettbewerbsfähigkeit unseres Unternehmens. So wollen wir mit unserem bestehenden und künftigen Produktportfolio einen Beitrag dazu leisten, globale Herausforderungen zu meistern – von der Urbanisierung bis hin zur alternden Bevölkerung.

Konzernstrategie

Im vergangenen Jahrzehnt hat sich Merck von einem klassischen Chemie- und Pharmaunternehmen zu einem globalen Wissenschafts- und Technologiekonzern gewandelt. Wesentlicher Treiber war der Umbau unseres Geschäftsportfolios, insbesondere durch den Verkauf des Generika-Geschäfts (2007) und die Übernahmen von Serono (2007), Millipore (2010), AZ Electronic Materials (2014) und Sigma-Aldrich (2015). Hinzu kamen die Fokussierung unserer Geschäfte auf innovationsgetriebene und hochspezialisierte Produkte, die umfassende Reorganisation interner Strukturen und Prozesse sowie die Stärkung unserer Präsenz in globalen Wachstumsmärkten. Im Einklang mit dieser Strategie haben wir 2017 den Verkauf unseres Biosimilars-Geschäfts abgeschlossen und bereiten zudem strategische Optionen für unser Consumer-Health-Geschäft vor. Diese beinhalten sowohl die Möglichkeit eines vollständigen oder teilweisen Verkaufs des Geschäfts als auch strategische Partnerschaften.

Heute nehmen wir mit unseren drei Unternehmensbereichen Healthcare, Life Science und Performance Materials führende Positionen in den jeweiligen Märkten ein. Diese wollen wir festigen und ausbauen. Wir setzen dazu auf innovationsgetriebenes, organisches Wachstum. So wollen wir bis 2022 mit neuen Produkten Umsätze im Volumen von rund 4 Mrd. € erzielen. Dazu sollen Produkte aus der Pharma-Pipeline rund 2 Mrd. € beisteuern, Innovationen der Bereiche Life Science und Performance Materials jeweils rund 1 Mrd. €.

Ein weiterer Weg zu Wachstum bleiben punktuelle Akquisitionen, die unsere bisherigen Stärken sinnvoll ergänzen oder erweitern. Große Zukäufe im Volumen von über 500 Mio. € schließen wir jedoch weiterhin aus, solange der Verschuldungsgrad aus Nettofinanzverbindlichkeiten / EBITDA pre über 2 liegt – es sei denn, sie ließen sich durch Veräußerungen finanzieren. Bis Ende 2018 soll wieder ein Verschuldungsgrad von unter 2 erreicht sein. Auf Konzernebene konnten wir 2017 die Nettoverschuldung um etwa 1,4 Mrd. € zurückführen, gleichzeitig unterstützt eine strikte Finanzdisziplin das Rating des Merck-Konzerns. Unsere Dividendenpolitik spiegelt die nachhaltige Ergebnisentwicklung wider.

Unsere Konzernstrategie zielt darauf ab, die Transformation von Merck zu einem Wissenschafts- und Technologieunternehmen stringent fortzusetzen und uns führend in einem sich wandelnden Marktumfeld zu positionieren. Die Schwerpunkte legen wir dabei auf die drei Prioritätsfelder „Leistung‟, „Menschen‟ und „Technologie‟.

Prioritätsfeld „Leistung‟

Das Prioritätsfeld „Leistung‟ umfasst alle Aktivitäten, die nachhaltig profitables Wachstum schaffen. Dazu richten wir unsere Geschäfte konsequent an den Bedürfnissen und Anforderungen von Kunden und Patienten aus – sowohl mit unseren Produkten als auch durch größtmögliche Kundennähe. Die Grundlagen dafür bilden effiziente Strukturen und Prozesse sowie ein nachhaltiges Finanzmanagement. Die folgenden Beispiele untermauern dies.

Unseren Unternehmensbereich Healthcare richten wir strategisch darauf aus, als globaler Anbieter von innovativen Spezialprodukten erfolgreich zu sein, das Wachstum unserer vorhandenen Produktfamilien zu maximieren und von 2017 an jedes Jahr durchschnittlich ein neues Produkt aus unserer Pipeline oder eine neue Indikation einzuführen. Unser Basisgeschäft mit bestehenden Produkten wollen wir bis 2022 organisch stabil halten. Das Potenzial unserer Pipeline zeigte sich 2017 in sechs erfolgten Zulassungen für unser Immunonkologiepräparat Bavencio® (zwei in den USA und je eine in der EU, der Schweiz, Japan und Kanada) sowie in den Zulassungen für das Multiple-Sklerose-Medikament Mavenclad® (in der EU, Kanada und Australien).

Im Unternehmensbereich Life Science wachsen wir organisch stärker als der Markt und haben ein breites Portfolio, das die Bedürfnisse der Wissenschaft insbesondere in wachstumsstarken Bereichen wie zum Beispiel Bioprocessing adressiert. Wir erreichen konsistent solides organisches Umsatzwachstum, selbst während der Integration. Wir sind Branchenführer, was die Profitabilität betrifft, getrieben von unserer E-Commerce Plattform und Synergien durch die zügige Integration von Sigma-Aldrich in unser Life-Science-Geschäft. Insgesamt gehen wir davon aus, bis Ende 2018 die geplanten Synergien in Höhe von 280 Mio. € zu realisieren.

Im Unternehmensbereich Performance Materials werden nach unserer Erwartung auch im Jahr 2018 die sich gut entwickelnden Geschäftsfelder Semiconductor und Surface Solutions den Folgen des verschärften Wettbewerbsumfelds in unserem Geschäft mit Flüssigkristallen entgegenwirken. Wir möchten in Zukunft unseren Diversifikationsgrad weiter erhöhen, zudem befinden sich neue Technologien in der Testphase. Unser Ziel ist es, die Innovations- und Technologieführerschaft in allen Geschäften zu erreichen sowie innovative Lösungen voranzutreiben, die über Displays hinausgehen.

Regional betrachtet legen wir angesichts der Bedeutung des chinesischen Markts und des ehrgeizigen Vorhabens Chinas, weltweit führend in Innovation und Technologie zu werden, besonderes Augenmerk darauf, unsere Position in diesem Land zu stärken. China wird für uns auch weiterhin einer der strategisch wichtigsten Märkte weltweit sein. Wir konzentrieren uns auf Wachstumsbeiträge aus China, treiben Innovationen und Digitalisierung in allen Unternehmensbereichen voran und tragen dadurch zum Aufbau und zur Weiterentwicklung der chinesischen Innovationslandschaft bei. Unser Unternehmensbereich Healthcare strebt weiterhin sehr starkes Wachstum an und verbessert insbesondere mit Präparaten aus dem Bereich Allgemeinmedizin, zum Beispiel zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, und auf dem Gebiet der Fertilität das Leben von Millionen Patienten in China. Unsere Unternehmensbereiche Life Science und Performance Materials unterstützen chinesische Unternehmen und auch Forschungsinstitutionen dabei, wettbewerbsfähiger und effizienter zu werden. Wir arbeiten mit chinesischen Pharmaunternehmen im Herstellungs- und im Forschungsprozess zusammen und stellen Materialien für chinesische Elektronik- und Displayhersteller her.

Prioritätsfeld „Menschen‟

Unser Prioritätsfeld „Menschen‟ zielt darauf ab, als Wissenschafts- und Technologieunternehmen ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das auf die individuellen Bedürfnisse unserer Mitarbeiter zugeschnitten ist und in dem sie ihre Neugier möglichst frei entfalten können. Für unsere Wachstumsstrategie brauchen wir Mitarbeiter mit unterschiedlichen Erfahrungen und Hintergründen, die auf Basis von gemeinsamen Werten daran arbeiten, Innovationen zu schaffen, und flexibel auf sich ändernde Anforderungen reagieren.

Grundlage hierfür ist es Menschen mit Potenzial innerhalb des Unternehmens frühzeitig zu entdecken und sie systematisch zu fördern – auch über Unternehmensbereiche und Länder hinweg. Außerdem ist es entscheidend als attraktiver Arbeitgeber im Markt wahrgenommen zu werden um potenzielle Kandidaten weiterhin für Merck zu begeistern. Dass wir zu den weltweit besten Arbeitgebern gehören, bestätigt auch die Auszeichnung als „Global Top Employer 2017‟ durch das niederländische „Top Employers Institute‟. Darüber hinaus wurden wir von der unabhängig geprüften internationalen Fachzeitschrift „Science‟ auf Rang 4 der weltweit besten Arbeitgeber der Biotech- und Pharmabranche gewählt.

Im Zuge unserer Transformation spielen unsere Führungskräfte eine entscheidende Rolle. Sie haben die Verantwortung, unsere Strategie durch den Aufbau der richtigen Kompetenzen voranzutreiben und somit Innovation zu ermöglichen. Daher legen wir großen Wert darauf, dass sich unsere Führungskräfte kontinuierlich fortbilden und weiterentwickeln. Nur so können sie auf die vielfältigen Bedarfe ihrer Teammitglieder und die wechselnden Anforderungen der Geschäfte sowie der Digitalisierung eingehen.

Auf Grundlage des Feedbacks unserer Mitarbeiter und externem Benchmarking entwickeln wir unsere bestehenden Programme und Prozesse außerdem ständig weiter. Unser mit Preisen ausgezeichneter People-Analytics-Ansatz ermöglicht es unseren Führungskräften beispielsweise, datengestützte Entscheidungen in Bezug auf ihre Funktionen und Mitarbeiter zu treffen, und wurde weltweit allen Führungskräften mit Personalverantwortung zugänglich gemacht. Weitere Pilot-Initiativen fokussieren sich unter anderem darauf, das Engagement und Innovationspotenzial unserer Forschungs- und Entwicklungseinheiten zu stärken sowie die flexible länder- und abteilungsübergreifende Zusammenarbeit auszubauen.

Prioritätsfeld „Technologie‟

Das Prioritätsfeld „Technologie‟ umfasst die beiden miteinander verknüpften Schwerpunkte Innovation und Digitalisierung. Die Entwicklung und Vermarktung innovativer Produkte und Dienstleistungen steht im Mittelpunkt unserer Konzern- und aller Geschäftsstrategien. Wir wollen Innovationen innerhalb der Geschäfte ebenso vorantreiben wie Innovationen zwischen den Geschäften und über die bestehenden Geschäfte hinaus in Feldern, in denen wir bislang noch nicht aktiv sind.

Dabei wollen wir insbesondere die Chancen der Digitalisierung nutzen, um Mehrwert für unsere Patienten, Kunden und Partner zu schaffen. Unter Digitalisierung verstehen wir die digitale Integration unserer gesamten Wertschöpfungskette, die Digitalisierung unserer Produkte, Dienstleistungen und Kommunikationsschnittstellen zum Kunden sowie die Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle – unterstützt durch modernste Verfahren zur Erhebung und Analyse großer Datenmengen. Beispielsweise erzielen wir durch die algorithmische Optimierung von Werbeanzeigen und Produktempfehlungen zusätzliche Umsätze mit unserer E-Commerce-Plattform www.sigmaaldrich.com. Weitere Beispiele sind ein Lieferkettenprojekt mit unserem Partner Palantir Technologies, in dessen Rahmen wir mittels fortschrittlicher Analyseverfahren daran arbeiten, um die Nachfrage nach Arzneimitteln genauer zu prognostizieren und unsere Lagerbestände zu optimieren. Im Rahmen dieser Partnerschaft wollen wir die hochentwickelten Datenanalysefähigkeiten von Palantir nutzen und Arzneimittel schneller entwickeln, vermarkten und bereitstellen. Dies könnte zukünftig auch zur Entwicklung völlig neuer Therapieoptionen für Patienten beitragen. Im ersten Schritt werden wir die Technologie von Palantir im Bereich der Krebstherapie und Patientenversorgung einsetzen, später kann dies dann in anderen Unternehmensteilen entsprechend zum Einsatz kommen. Ebenso zählt dazu unser rechnergestütztes Retrosynthese-Tool Chematica, das Kunden aus der medizinischen Chemie und Wirkstoffforschung dank fortschrittlichster Algorithmen dabei helfen soll, Synthesewege zu identifizieren.

Außerdem arbeiten wir konzernweit daran, die physische und virtuelle Infrastruktur für technologiegetriebenes Wachstum zu verbreitern. Herzstück dessen ist unser Innovationszentrum in Darmstadt. Im April 2015 wurde ein Interims-Innovationszentrum als Prototyp des neuen Innovationszentrums in Darmstadt eröffnet, das im Frühjahr 2018 eröffnet werden soll. Ziel des Innovationszentrums ist es, völlig neue Geschäftsmöglichkeiten zu erschließen, die über den bisherigen Rahmen hinausgehen, und Menschen, Technologien und Kompetenzen aus unterschiedlichen Gebieten unter einem Dach zu vereinen.

In Bereichen, die für uns von strategischem Interesse sind und uns vielversprechend erscheinen, wollen wir hier Projekte in verschiedenen „Innovationsfeldern‟ etablieren. Unser erstes Innovationsfeld „Biosensing and Interfaces‟ konzentriert sich auf die vielfältigen Möglichkeiten, die sich durch die Kombination neuer Sensortechnologien mit intelligenten Algorithmen und Big-Data-Ansätzen eröffnen. Daraus resultieren neue prädiktive und präskriptive Ansätze zur Behandlung und Unterstützung von Patienten in den von uns adressierten Indikationsgebieten. Wir wollen in unserem Innovationszentrum Innovationsprojekten ideale Voraussetzungen bieten, um in einem Umfeld, das unternehmerische Freiheit und spezifische Unterstützung bietet, zu tragfähigen neuen Geschäften heranzuwachsen.

Darüber hinaus bauen wir durch das Innovationszentrum starke Beziehungen zur Start-up-Community, zu wissenschaftlichen Exzellenzzentren und zu branchenübergreifenden externen Partnern auf, zum Beispiel über unser Accelerator-Programm, mit dem wir Start-ups in der Frühphase über einen Zeitraum von drei Monaten unterstützen. Die Start-ups erhalten finanzielle Förderung, Trainings und Coachings sowie Zugang zu unseren Experten aus den Geschäften. Seit Start des Programms im September 2015 haben wir mehr als 2.000 Bewerbungen aus mehr als 70 Ländern erhalten und 30 Start-ups auf ihrem Weg begleitet.

Im Zuge unserer Innovationsstrategie haben wir mit Merck Ventures zudem einen strategischen unternehmensweiten Venture-Capital-Fonds mit einem Gesamtvolumen von 300 Mio. € aufgelegt. Er wird von Merck verwaltet und verfügt über Fonds mit Fokus auf Healthcare, Life Science, Performance Materials und New Businesses. Merck Ventures investiert weltweit in Transformationsideen, die von starken Unternehmern vorangetrieben werden. In den Portfolio-Unternehmen nehmen wir eine aktive Rolle ein und arbeiten gemeinsam mit Unternehmern und Mitinvestoren daran, Innovationen in wirtschaftlichen Erfolg umzuwandeln. Wir konzentrieren uns dabei insbesondere auf Investments in der Frühphase (Early Stage) sowie auf Unternehmensgründungen. Dies umfasst auch die Schaffung von Spin-offs, bei denen wir die wissenschaftliche und technologische Basis von Merck nutzen. Das aktive Portfolio von Merck Ventures umfasst derzeit 30 Unternehmen.

Bei alldem hat der Standort in Darmstadt seit 350 Jahren einen entscheidenden Anteil an der Zukunft von Merck in seinem forschungsintensiven Geschäft mit Spezialerzeugnissen. Er erfüllt diese Funktion als wichtiger Standort für F&E und hochwertige Produktion für alle Unternehmensbereiche mit ihren globalen Märkten und ist der Mittelpunkt von Merck, globale Konzernzentrale und Sitz der Familiengremien, unserer Geschäftsleitung und der Konzernfunktionen.

Geschäftsstrategien

Healthcare-Strategie

Unser Unternehmensbereich Healthcare umfasst die drei Geschäfte Biopharma, Consumer Health und Allergopharma. Das vielfältige Angebot und die tiefgreifende medizinische Expertise dieser Geschäfte sind maßgebliche Stärken, mit denen wir uns im Markt absetzen. In jedem unserer Geschäfte spezialisieren wir uns auf Therapieschwerpunkte und bestimmte Erkrankungen.

Globale Megatrends wie die wachsende Weltbevölkerung und eine steigende Lebenserwartung treiben die Nachfrage nach unseren Produkten. Um diese Bedürfnisse decken und angemessen auf die Dynamik unserer Gesundheitsmärkte reagieren zu können, haben wir unseren Unternehmensbereich Healthcare in den vergangenen Jahren maßgeblich umstrukturiert. Auf den Erfolgen des Vorjahrs aufbauend treiben wir weiterhin Pipelineprojekte voran, um Patienten bahnbrechende Therapien zur Verfügung zu stellen, unser bestehendes Portfolio zu maximieren und in Wachstumsmärkten zu expandieren.

Das Ziel von Healthcare ist es, ein globaler Anbieter von innovativen Spezialprodukten zu werden, in Therapiegebieten mit hohem ungedecktem medizinischen Bedarf tätig zu sein und Patienten einen signifikanten Mehrwert zu bieten. Wir investieren entsprechend stark in die Forschung und Entwicklung, um neue Therapieoptionen zu entdecken und vorhandene zu verbessern. Gemeinsam mit Partnern und Stakeholdern wollen wir sicherstellen, dass die Menschen Zugang zu den erforderlichen Arzneimitteln haben, um gesund zu bleiben und länger zu leben.

Die erste Säule unserer Strategie ist die Stärkung unserer globalen Präsenz, indem wir unser maßgeschneidertes Portfolio für Erkrankungen mit ungedecktem medizinischen Bedarf in allen Regionen weltweit einführen. Während entwickelte Märkte wie die USA, Japan und Europa wichtige strategische Märkte für unsere Spezialprodukte darstellen, wird der Umsatz in Wachstumsmärkten wie China sowohl von unseren Biologika als auch von den breit angelegten Portfolios für die Allgemeinmedizin und Herz-Kreislauf-Erkrankungen getragen. Gleichzeitig müssen wir unsere Aktivitäten aber auch weiterhin auf Wachstum in den USA konzentrieren, um unser Ziel zu erreichen, ein wirklich global führender Anbieter zu werden.

Die zweite Säule unserer Strategie ist der Fokus auf Spezialtherapiegebiete. Wir konzentrieren uns dabei auf die Onkologie, Immunonkologie sowie Neurologie und Immunologie. So haben wir signifikant in die Forschung und Entwicklung investiert, vor allem in Bereichen mit hohem medizinischen Bedarf, und uns stärker auf Wirkmechanismen und Moleküle konzentriert, die zu bahnbrechenden Innovationen in der Krebstherapie und bei immunologischen Erkrankungen führen sollen. Wir wollen Krebspatienten zu Krebsüberlebenden machen, indem wir uns an vorderster Front dafür einsetzen, die Zukunft der Krebstherapie zu verändern. Weitere Entwicklungsprogramme für die Bereiche Neurologie und Immunologie sind Evobrutinib als potenzielle Behandlung für Multiple Sklerose, systemischen Lupus erythematodes sowie rheumatoide Arthritis, Atacicept als potenzielle Therapieoption für Lupus-Patienten mit hoher Krankheitsaktivität sowie Sprifermin als potenzielle Therapie für Patienten mit Kniegelenksarthrose.

Wir wollen qualitativ hochwertige Wirkstoffe als Erster auf den Markt bringen und für eine Erkrankung die jeweils beste Behandlung entwickeln sowie in jedem unserer Therapiegebiete ein eigenes Portfolio aufbauen. Wir haben unsere Pipeline gestrafft und unsere Innovationskapazitäten mit starken Arzneimittelkandidaten ausgebaut. Um unsere Investitionen in die Forschung und Entwicklung mit maximalem Erfolg einzusetzen und unsere Erfolgschancen bei der Suche und Entwicklung neuer Therapien zu erhöhen, konzentrieren wir unsere Expertise auf bestimmte Therapiegebiete und nutzen Synergien bei Krankheitsmechanismen und biologischen Signalwegen.

Dabei sind strategische Partnerschaften ein wesentlicher Faktor dafür, dass wir im Leben von Patienten mit schwerwiegenden, bislang nicht therapierbaren Erkrankungen Entscheidendes bewirken können. Wir messen Kooperationen einen hohen Stellenwert bei, wenn es darum geht, bahnbrechende Therapien zu erforschen und zu entwickeln sowie unser aktuelles Portfolio zu stärken. Wir setzen hier auf eine ausgewogene Mischung aus internen Kompetenzen sowie externen Partnerschaften und bauen auf starke Kooperationen mit anderen Branchenführern wie zum Beispiel Pfizer, Genea Biomedx oder Vertex Pharmaceuticals.

Mit unseren Einheiten Medical Devices and Services sowie Fertility Technologies generieren wir Innovationen über Pipelineprojekte hinaus. Neben innovativen Therapieansätzen ist die Art und Weise, wie wir mit Patienten interagieren, elementar, wenn wir unser Ziel erreichen wollen, ein globaler Anbieter von innovativen Spezialprodukten zu werden.

Die Veräußerung unseres Biosimilars-Geschäfts an Fresenius wurde am 31. August abgeschlossen. Am 5. September haben wir bekannt gegeben, strategische Optionen für unser Consumer-Health-Geschäft vorzubereiten. Diese beinhalten sowohl die Möglichkeit eines vollständigen oder teilweisen Verkaufs des Geschäfts als auch strategische Partnerschaften. Die Veräußerung von Biosimilars sowie die Entscheidung zur Prüfung strategischer Optionen für Consumer Health erfolgten beide im Einklang mit unserer Strategie, den Fokus auf unsere Pipeline innovativer Arzneimittel zu legen.

Life-Science-Strategie

Als führendes Unternehmen in der großen und wachsenden Life-Science-Industrie ist es unser Ziel, in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Fachkreisen weltweit die größten Herausforderungen der Branche zu meistern.

Mit unserem mehr als 300.000 Produkte umfassenden Portfolio bedienen wir eine breite Kundenbasis aus den unterschiedlichsten Bereichen, darunter akademische Einrichtungen, pharmazeutische und biotechnologische Labore, pharmazeutische und biotechnologische Herstellung, klinische Diagnostik, Umweltanalytik, Lebensmittelbranche sowie Industrie. Unsere branchenführende E-Commerce-Plattform www.sigmaaldrich.com bietet Lösungen, Dienstleistungen und Expertise entlang der gesamten Biopharma-Wertschöpfungskette für die Life-Science-Industrie.

Um nachhaltigen Wert für die Zukunft zu erzielen, verfolgt Life Science die folgenden strategischen Ziele:

  • Integration vollziehen, um die Stärken von Merck und Millipore sowie Sigma-Aldrich zusammenzuführen
  • Kerngeschäft stärken, indem wir in wachstumsstarke Felder investieren, die Bedürfnisse unserer Kunden bedienen und unsere Kompetenzen ausbauen
  • verstärkt auf Bereiche mit transformativem Potenzial setzen, um neue Säulen für Wachstum zu etablieren

Die Integration von Sigma-Aldrich ist schneller als geplant verlaufen und wir befinden uns nun mit Beginn des dritten Jahres der Integration weiterhin auf gutem Kurs. Die Schätzung für die gesamten jährlichen Synergien wurde von 260 Mio. € auf 280 Mio. € angehoben. Wir werden die Best Practices beider Organisationen nutzen, unseren Außendienst zusammenführen, um unseren Kunden gegenüber einheitlich aufzutreten, und die Prozesse für Mitarbeiter und Kunden weiter harmonisieren.

Wir haben eine maßgeschneiderte Strategie entwickelt und werden unser Geschäft weiterhin auf Grundlage von Größe und Wachstum führen, um die Gesamtleistung und das Portfolio des Unternehmensbereichs Life Science zu optimieren. Außerdem haben wir unsere Organisationsstruktur neu ausgerichtet, um Wachstumschancen noch besser zu nutzen. Die strategischen Marketing- und Innovationsteams sowie die Commercial-Einheiten sind nun in drei separaten, vertikal integrierten Geschäftseinheiten zusammengelegt: Research Solutions, Process Solutions und Applied Solutions. Sie sollen jeweils die Agilität steigern und nachhaltiges unternehmerisches Handeln fördern, um unsere Kunden besser zu bedienen. Im Jahr 2017 haben wir zudem eine Reihe von Akquisitionen bekannt gegeben. Unter anderem diejenige von BioControl Systems, das wir übernommen haben, um unsere führende Position im Bereich Biomonitoring zu festigen, insbesondere in der Lebensmittelindustrie. Durch die Akquisition von Grzybowski Scientific Inventions wollen wir unsere Kompetenzen auf dem Gebiet der chemischen Synthese ausweiten und mit der Übernahme von Natrix Separations das Bioprocessing der nächsten Generation vorantreiben.

Basierend auf einer breit angelegten Bewertung der Markt- und Wettbewerbslandschaft sowie der wichtigsten Branchentrends haben wir im Jahr 2016 mehrere strategische Initiativen in wichtigen Wachstumsfeldern identifiziert. So haben wir beispielsweise bei Genomeditierung und neuen Modalitäten geistige Schutzrechte in wichtigen Bereichen aufgebaut und Patente in der Europäischen Union, Australien, Kanada und Singapur erhalten. Diese Patente gewährleisten den Schutz unserer CRISPR-Technologie und ermöglichen es Wissenschaftlern, die Entwicklung von Behandlungsoptionen für einige der am schwierigsten zu behandelnden Erkrankungen voranzutreiben. Im Rahmen unserer BioReliance® End-to-End-Initiative arbeiten wir zusammen mit aufstrebenden Biotechunternehmen an der Prozessentwicklung und Arzneimittelproduktion sowie an Dienstleistungen für die Anlagenplanung, wodurch sie ihre Wirkstoffe schneller durch die klinischen Entwicklungsphasen zur Vermarktung bringen können.

Performance-Materials-Strategie

Im Unternehmensbereich Performance Materials wollen wir unsere Markt- und Technologieführerschaft bei Displaymaterialien nachhaltig sichern. Darüber hinaus wollen wir unsere Kompetenz bei Flüssigkristallen über das Anwendungsfeld der Displays hinaus erschließen. Gleichzeitig profitieren wir von den Trends in der Halbleiterindustrie, sind weiterhin Marktführer bei Perlglanzpigmenten und partizipieren am Wachstum der Kosmetikindustrie.

Die Nachfrage nach innovativen Displaylösungen ist in den vergangenen Jahren weltweit weiter angestiegen. Wir gehen davon aus, dass eine aufstrebende Mittelschicht in den Wachstumsmärkten auch in den kommenden Jahren vermehrt hochwertige Konsumgüter nachfragen wird. Daher wollen wir auch künftig unsere Position als Markt- und Technologieführer bei Flüssigkristallen festigen. Neue, anspruchsvolle Flüssigkristalltechnologien sind hierzu der Schlüssel, um vor allem auch im wettbewerbsintensiven chinesischen Markt die Markt- und Technologieführerschaft weiter zu behaupten. Von unserer umweltfreundlichen, ressourcenschonenden und effizienten Flüssigkristalltechnologie SA-VA (Self-Aligned Vertical Alignment) für großflächige Bildschirme haben wir 2017 die erste Menge für die Herstellung von entsprechenden Displaypanels verkauft. 2017 haben wir die erste Produktionsanlage zur Herstellung von schaltbaren Flüssigkristallfenster-Modulen in Veldhoven, Holland, eingeweiht. Dies ist ein bedeutender Meilenstein bei der Erschließung eines völlig neuen und attraktiven Marktsegments für Flüssigkristalle.

Der Bereich OLED (Organic Light Emitting Diodes) leistet einen signifikanten Beitrag zum Wachstum des Unternehmensbereichs Performance Materials. Es ist unser erklärtes Ziel, unsere Position als ein führender globaler Anbieter von OLED-Materialien zu stärken. Kontinuierliche Investitionen in Forschung und Entwicklung am Standort Darmstadt, aber auch in den Applikationslaboren der asiatischen Standorte leisten hierzu einen zentralen Beitrag. Für 2018 ist die Eröffnung eines neuen Applikationslabors in Schanghai geplant.

Das große Potenzial der OLED-Technologie wird durch die Marktentwicklung im Bereich Display bestätigt. So sind OLED-basierte Handydisplays bei allen Premium-Anbietern Standard und auch im TV-Segment wächst OLED dynamisch, unterstützt durch hohe Investitionen des führenden OLED-TV-Display-Herstellers. Die Vorzüge der selbstleuchtenden OLED-Displays wie intensive Farben, ein besonders tiefes Schwarz, eine geringe Tiefe und flexible Nutzung sowie ein geringer Energieverbrauch sind hierbei von Bedeutung.

Die Geschäftseinheit Integrated Circuit Materials unterstützt die gesamte Halbleiterindustrie mit einem Portfolio maßgeschneiderter Lösungen. Von der Halbleiterindustrie werden weiterhin höhere Speicherkapazitäten, schnellere Prozessleistungen und geringere Energieverbräuche gefordert. Markttrends wie Mobilität, Big Data und das Internet der Dinge (Internet of Things) führen zudem zu einem höheren Bedarf an Halbleitermaterialien bei gleichzeitig höherer Spezialisierung. Durch neuartige Materialien und innovative Technologien ermöglichen wir es unseren Kunden, diesen Anforderungen zu begegnen, leistungsfähigere Chips zu produzieren und den steigenden Kosten entgegenzuwirken.

In der Geschäftseinheit Pigments & Functional Materials bauen wir unsere führende Position bei Perlglanzpigmenten für Automobillacke weiter aus. Unsere gute Marktposition bei Kunststoff-, Druck- und Kosmetikanwendungen verteidigen wir weiter. Dabei konzentrieren wir uns auf qualitativ hochwertige Produkte und Innovationen. Bei den funktionellen Materialien liegen die Schwerpunkte unserer Wachstumsstrategie weiterhin auf Nischenanwendungen in der Kosmetik (zum Beispiel UV-Filter, Insektenabwehrmittel, Anti-Aging) sowie auf technischen Funktionsmaterialien. Bei Letzteren sehen wir große Wachstumspotenziale für Lasermarkierungsadditive und für neuartige Beschichtungsmaterialien. Mit diesen und weiteren innovativen Produktgruppen werden wir unser Wachstum in Segmenten jenseits unserer angestammten Märkte vorantreiben.

Ziel unserer Geschäftseinheit Advanced Technologies ist es, profitable Zukunftsgeschäfte zu entwickeln – sowohl für Performance Materials als auch für andere Unternehmensbereiche von Merck. Dazu gehören neben einem breiten Angebot für die innovative LED-Industrie auch die organische Photovoltaik und Materialien für flexible Displaytechnologien. Unsere Projekte für zukünftige Geschäftsfelder sind entsprechend der Strategie von Performance Materials ausgerichtet – auf Megatrends wie die Miniaturisierung und das Internet der Dinge.

Strategische Initiativen

Die strategische Initiative „LC 2021“ soll einen signifikanten Beitrag zu unserem zukünftigen Wachstum leisten und weiterhin für attraktive Margen sorgen. Unter dem Dach der strategischen Initiative „LC 2021“ bündeln wir zukünftige Anwendungen von Flüssigkristallen, die über klassische Displays hinausgehen. Auf insgesamt sechs Feldern beschäftigen wir uns einerseits mit einer verbesserten Nutzererfahrung und andererseits mit Licht- und Datenmanagement. Allen voran sind die Flüssigkristallfenster zu nennen: Um Module für solche Sonnenschutz- und Sichtschutzfenster herzustellen, haben wir in Veldhoven in den Niederlanden die erste Produktionsanlage eingeweiht.

Strategische Neuausrichtung

Wir möchten unseren Fokus 2018 noch stärker auf die Bedürfnisse unserer Kunden und Märkte ausrichten. Deshalb haben wir im Dezember 2017 angekündigt, unsere Expertise in drei neu gestalteten Geschäftseinheiten zu bündeln, die nach unseren Zielmärkten aufgestellt sind: Display Solutions, Semiconductor Solutions und Surface Solutions.

Strategische Finanz- und Dividendenpolitik

Wir verfolgen eine konservative Finanzpolitik, die durch die folgenden Aspekte gekennzeichnet ist:

Finanzielle Flexibilität und konservative Finanzierungsstrategie

Wir stellen sicher, dass wir unsere Verpflichtungen jederzeit erfüllen können, und halten eine konservative und proaktive Finanzierungsstrategie ein, in deren Rahmen wir verschiedene Finanzinstrumente einsetzen.

Unsere diversifizierten und profitablen Geschäftsaktivitäten bilden das Fundament für unsere Fähigkeit, robuste und nachhaltige Cash Flows zu generieren. Darüber hinaus haben wir mehrere Finanzierungsquellen eingerichtet. So verfügt Merck beispielsweise über eine syndizierte Kreditlinie über 2 Mrd. €, die bis 2020 läuft und zur Deckung eines unerwarteten Bedarfs an liquiden Mitteln eingesetzt werden kann. Bei dieser Kreditlinie handelt es sich um eine reine Backup-Fazilität, die bislang noch nicht in Anspruch genommen wurde. Darüber hinaus steht uns ein „Commercial Paper Program‟ mit einem Volumen von 2 Mrd. € zur Verfügung. Im Rahmen dieses Programms können wir kurzfristige Commercial Papers mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr begeben.

Außerdem nutzen wir zur Optimierung von Finanzierungsstruktur und Finanzierungskosten bilaterale Kreditvereinbarungen mit erstklassigen Banken. Zudem stellt der Anleihemarkt grundsätzlich einen wesentlichen Bestandteil dar. Aufgrund des Fokus auf Entschuldung wurde im Jahr 2017 keine Anleihe begeben. Die letzten Anleihen wurden in den Jahren 2014 und 2015 im Zusammenhang mit der Akquisition von Sigma-Aldrich durchgeführt. Hier wurden eine Hybrid-Anleihe, eine US-Dollar-Anleihe sowie ein Euro-Bond begeben. Die Nutzung unterschiedlicher Instrumente stellt die Finanzierung breit auf und spricht verschiedene Investorengruppen an.

Pflege nachhaltiger und verlässlicher Geschäftsbeziehungen zur Gruppe der Kernbanken

Wir arbeiten schwerpunktmäßig mit einer breit gestreuten, finanziell stabilen und verlässlichen Gruppe von Banken zusammen. Aufgrund des langfristig ausgerichteten Geschäftsmodells von Merck halten die Geschäftsbeziehungen zu Banken typischerweise viele Jahre und zeichnen sich durch Professionalität und Vertrauen aus. Die Bankengruppe besteht aus Finanzinstituten mit überzeugenden Kompetenzen bei verschiedenen Produkten und Regionen. Wir betrachten diese Banken als strategische Partner. Dementsprechend beziehen wir sie in wichtige Finanzierungstransaktionen ein.

Starkes Investment-Grade-Rating

Unser Bonitäts-Rating von externen Ratingagenturen ist ein wichtiger Indikator für die finanzielle Stabilität der Gesellschaft. Ein starkes Investment-Grade-Rating ist eine wichtige Säule in der Finanzpolitik von Merck, da dieses Rating den Zugang zu den Kapitalmärkten zu attraktiven Konditionen sichert. Merck wird zurzeit von Moody’s mit Baa1, von Standard & Poor’s (S&P) mit A sowie von Scope Ratings mit A – bewertet, jeweils mit stabilem Ausblick. Es ist für uns von höchster Wichtigkeit, uns wie auch im Jahr 2017 weiter zu entschulden.

Dividendenpolitik

Wir verfolgen eine nachhaltige Dividendenpolitik. So bildet die aktuelle Dividende – eine stabile Entwicklung des wirtschaftlichen Umfelds vorausgesetzt – die Untergrenze für künftige Dividendenvorschläge. Die Dividendenpolitik orientiert sich an der Geschäftsentwicklung und der Ergebnissteigerung der kommenden Jahre. Das Dividendenwachstum kann jedoch einen abweichenden Verlauf nehmen, zum Beispiel im Rahmen von Restrukturierungen oder bei signifikanten weltwirtschaftlichen Entwicklungen. Wir streben einen Zielkorridor von 20 – 25 % des Ergebnisses je Aktie pre an.